Lugano-Alioski selbstbewusst «Ich würde mir auch Real Madrid zutrauen!»

Luganos Ezgjan Alioski wurde einst von YB verschmäht. Nun ist er die Entdeckung des Jahres und ganz schön selbstsicher.

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Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 Basel 18 49:15 47
2 YB 18 42:24 35
3 Sion 18 38:31 29
4 Luzern 18 36:33 29
5 GC 18 26:32 22
6 St. Gallen 18 20:27 21
7 Lausanne 18 30:34 18
8 Lugano 18 23:35 18
9 Thun 18 23:34 16
10 Vaduz 18 21:43 16
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Die Karriere von Ezgjan Alioski (24) ist zu Ende, bevor sie beginnt: Im Frühsommer 2012, Alioski ist da gerade 20, eröffnet ihm die sportliche Leitung von YB, dass sie nicht mehr mit ihm plane. «Wir sehen deine Zukunft nicht im Profifussball, sondern in der 1. Liga», sagt der damalige Technische Direktor Hansruedi Hasler zu ihm. «Ich war sehr enttäuscht von YB und fing an, an mir zu zweifeln», sagt Alioski heute zu BLICK.

Was folgt, ist «eine harte Zeit». Alioski wechselt zu Schaffhausen in die 1. Liga. Immerhin: Mit den Ostschweizern steigt Alioski in der ersten Saison in die Promotion League auf. Alioski ist zwar Stammspieler, aber vielleicht hatte Hansruedi Hasler doch recht: Alioski ist als Linksverteidiger eher Mitläufer denn Leistungsträger.

Als Schaffhausen im Jahr darauf sogar in die Challenge League aufsteigt, läuft Alioskis Vertrag aus. Die Parteien können sich zunächst nicht auf eine Verlängerung einigen, weil Schaffhausen nicht gewillt ist, die Ausbildungsentschädigung an YB zu bezahlen.

Alisoki trainiert alleine auf dem Fussballplatz in seinem Heimatort im freiburgischen Wünnewil-Flamatt. «Ich war mir sicher, dass ich es draufhatte und dass ich im Kopf stark bin. Mein Vater hat mich ebenfalls immer unterstützt, auch finanziell.»

Als Alioski ein paar Wochen später immer noch keinen Verein hat, holt ihn Maurizio Jacobacci zurück nach Schaffhausen. Obwohl ihm in der Vorrunde kein Treffer gelingt, lotst ihn Lugano-Coach Zdenek Zeman im Januar 2016 ins Tessin.

«Ihm habe ich sehr, sehr viel zu verdanken», sagt Alioski. «Er sagte mir gleich zu Beginn: ‹Du bist kein Aussenverteidiger, du bist ein Flügel.›» In dieser Saison startet Alioski endgültig durch: 9 Tore, 5 Assists. Alioski ist Luganos Topskorer. Auch für Mazedonien trifft er in der WM-Quali.

In Bern sind sie es sich längst reuig, dass sie Alioski in die Wüste geschickt haben, und strecken vorsichtig ihre Fühler aus nach dem verlorenen Sohn.

Würde er sich diesen Schritt noch einmal zutrauen? Alioski lacht und sagt: «Ich würde mir auch zutrauen, bei Real Madrid zu spielen.» Frech, unbekümmert. So erzielt Alioski auch seine Tore. Speziell in Erinnerung geblieben ist jenes gegen YB, als Lugano in Bern 2:1 gewann. Alioski: «Natürlich war das eine Genugtuung. Vielleicht haben einige jetzt doch gemerkt, dass ich mehr kann, als man mir zugetraut hat.»

Publiziert am 16.12.2016 | Aktualisiert am 22.12.2016

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17 Kommentare
  • Walter  Krebs 16.12.2016
    Alioski musste einiges einstecken. Er hat aber den Kopf nie hängen lassen. Er ist offensichtlich ein Kämpfertyp. Nicht nachlassen scheint gewonnen zu haben. Er muss nun vorsichtig sein, dass er sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnt. Wie man einigen Kommentaren entnehmen kann, brauchte er für den Spott nicht zu sorgen. Ich wünsche mir nicht nur fairen Sport, auch faire Kommentare.
    W. Krebs, Bern

  • Jean Pierre  Stocker 16.12.2016
    Ja klar, die Frisur hat er ja schon, der Rest reicht vielleicht für 13. Ersatzspieler mit Honorar bei Einsatz.
  • drafi  schweizer aus berg
    16.12.2016
    warten wir mal ab was Alioski in der Rückrunde bringt, die letzten Spiele war er ja kaum mehr zu sehen, man kennt ihn jetzt und macht es ihm nicht mehr so einfach, er ist schnell und hat ein gutes Auge für die Situation, ein guter Mann, doch ob sein Aprilscherz im Dezember einmal Wirklichkeit wird darf man bezweifeln, sein Selbstvertrauen soll er beibehalten, ist immer gut für einen Stürmer, also warten wir mal ab
  • Alessandro   Del Piero 16.12.2016
    Wenn man noch nie von ihm gehört hat, hat man auch nicht viel mit Schweizer Fussball zu tun. Ich finde Alioski hat grosses Potential, seine Spielweise ist super. Ein Spieler der schon Schwere Zeiten durch gemacht hat und gestärkt zurück fand, einer der nicht alles hinterher geschoben bekommt aber sein Weg trotzdem geht.
  • Klaus  Hartmann 16.12.2016
    Ich wette mit allen hier dass man nächste Saison den Kerl nicht mal mehr kennt.