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«Christian Constantin als Trainer – zuerst hatte ich das Gefühl, das sei ein Witz. Doch eigentlich kann Sion einen mit nichts mehr überraschen. Denn was Constantin dort seit Jahren aufführt, ist absurd.
Zwar bringt er unglaublich viel Leidenschaft und Herz für den Fussballsport mit, doch letztlich wirkt sich das kontraproduktiv aus. Denn ein Präsident sollte nicht wie ein Fan, Spieler oder Trainer denken, sondern den Klub als Ganzes im Auge behalten und sich vor allem um strategische und betriebswirtschaftliche Dinge kümmern.
Constantin hingegen tut genau das Gegenteil. Er wechselt die Trainer wie andere Leute die Unterhosen und untergräbt immer wieder die Autorität seiner wichtigsten Angestellten – auf schwer nachvollziehbare Weise. So wird einem Trainer in Sion faktisch gar nie eine echte Chance eingeräumt. Bezeichnenderweise wurde Nestor Clausen, der einzige Coach, der in den letzten Jahren Erfolg hatte, ebenfalls mit Schimpf und Schande zum Teufel gejagt.
Mit etwas Zynismus kann man aber sagen, dass die neue Situation nichts ändert. Denn aufgrund von Constantins Machtmonopol besassen die Trainer im Tourbillon gar nie eine echte Chance. Der Präsident mischte sich schon jetzt ständig ein, redete auch in technischen Belangen mit und agierte selber wie ein Trainer – ein Trainer auf der Tribüne. Vor allem verpflichtete er Spieler über die Köpfe seiner Coaches hinweg. Dies widerspricht jeder sportlichen Logik.
Vor diesem Hintergrund ist Constantins jüngster Entscheid logisch. Denn der einzige Trainer, der unter Constantin in Ruhe arbeiten kann, ist Constantin. Allerdings stellt sich früher oder später ein Problem. Der Mann, der Constantin entlassen muss, heisst nämlich Constantin.»