Kubi: «Basel hat keine Stürmer»

BASEL - «Streller und Derdiyok können nicht mit Druck umgehen, lassen sich viel zu schnell gehen», findet BLICK-Kolumnist Kubilay Türkylmaz.

  • Publiziert: 12.05.2009, Aktualisiert: 14.01.2012
play Marco Streller und Eren Derdiyok müssen bei BLICK-Kolumnist Türkyilmaz unten durch. (Toto Marti)

«Die Meisterschaft ist für mich gelaufen! Warum? Weil Basel keine Stürmer hat.

Der FCB hat zwei Nationalspieler im Angriff. Nominell ist das vielleicht der beste Sturm des Landes. Doch was ist dessen Ausbeute? Streller: fünf Tore. Derdiyok: sieben Tore. Die Toptorschützen heissen in Basel Chipperfield und Huggel mit zwölf, respektive zehn Toren. Sie sind Mittelfeldspieler.

Na also! Da haben wir den Unterschied. Beim FCZ haben Abdi 18-mal, Hassli 14-mal und Alphonse 12-mal getroffen. Hätte der Basler Nati-Sturm eine ähnliche Effektivität an den Tag gelegt – die sieben Mehr-Gegentore würden keine Rolle spielen. Doch nun spricht alles, aber auch wirklich alles für die Zürcher. Leichteres Restprogramm inklusive.

Doch warum haben Streller und Derdiyok derart jämmerlich versagt? Sicher: Sie haben von ihren Mitspielern zu wenig brauchbare Bälle erhalten. Ursache dafür ist das Spielsystem von Christian Gross.

Doch die Hauptschuld an der Sturm-Ebbe tragen die Stürmer selbst. Was beiden gemein ist: Sie können mit Druck nicht umgehen und lassen sich viel zu schnell gehen, wenn es einmal nicht läuft. Im Kopf sind sie nicht bereit. Dabei ist der Druck in Basel in jedem Spiel enorm. Wer damit nicht leben kann, hat im rotblauen Dress nichts verloren.

Perfektes Sinnbild für Strellers Nervenkostüm war der Penalty im WM-Achtelfinal gegen die Ukraine. Da hat sich die Schwäche in Sekunden manifestiert.

Und Derdiyok habe ich nach dem Nati-Spiel gegen Moldawien in Genf gefragt, warum er in Basel bloss auf der Bank sitze. Seine Antwort war bloss ein «Öh, äh.» Dabei hätte er ausser sich vor Wut sein und antworten müssen: «Dem Gross, diesem A …, zeige ich es noch.» Aber nichts davon!

In Zürich hingegen kann man mit Druck umgehen. Nicht optimal. Aber viel entspannter. Und das reicht locker für den Titel.»

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