
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Wenn in der Privatwirtschaft jemand
300 Millionen Franken ohne Gegenforderung anbieten würde, müsste er damit rechnen, umgehend abgewiesen zu werden. Erich Vogel hat dies bei Volker Eckel nicht getan und deshalb gibts heftige Kritik für ihn.
Als GC-Vizepräsident hätte er realistischer sein müssen. Als GC-Sportdirektor jedoch ist Vogels Verhalten verständlich. Denn das Hoffen auf diese «Milli-Mü»-Chance unterscheidet im Sport und im Fussball wahre Sieger von Verlierern.
Bayern schnappte 2001 mit dem letzten Torschuss Schalke die Meisterschale weg. Der FCZ wurde 2006 durch ein Tor nach dem letzten Angriff des Spiels Meister. Manchester United schoss im Champions-League-Final 1999 gegen Bayern nach einem 0:1-Rückstand gleich zwei Tore in der Nachspielzeit. Fast alle hätten in solchen Situationen schon aufgegeben.
Doch Bayern, der FCZ und Manchester glaubten als sichere Verlierer an ihre Chance, kämpften konzentriert weiter – und schrieben Fussballgeschichte.
Diesen Reflex hatte auch der «Fussballer» Erich Vogel. Leider konnte er das Spiel nicht mehr drehen. Denn es war schon vorbei, bevor es angefangen hatte. Aber der Versuch, der verdient Lob.
play
«Blick am Abend»-Kolumnist Ilja Kaenzig. (Sven Thomann)