Saustall GC Jetzt sollen Spieler bluten

  • Publiziert: 09.11.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Max Kern

Krisen-Sitzung nach einem 7:0-Erfolg – das gibts nur beim Rekordmeister.

Kein Geld für ein Trainingslager, der Spanier Guillermo Vallori wartet seit zweieinhalb Jahren auf versprochenes Handgeld in sechsstelligem Bereich – fast jeden Tag entdeckt die GC-Führung eine neue Leiche im Keller (BLICK berichtete). Im Campus in Niederhasli ZH wurde Schweinegrippe-Alarm ausgelöst. Da kommt der 7:0-Triumph gegen die AC Bellinzona gerade zum richtigen Zeitpunkt. Von wegen.

Krisenstimmung bei GC nach dem Kantersieg. Wegen einer erneuten Kommunikationspanne muss Geschäftsführer Georges Perego am Samstag nach Spielschluss vor das Team treten.

Geplant war, dass der neue CEO Urs Linsi den Spielern am Dienstagmorgen Lohn-Reduktionen schmackhaft macht. Anschliessend hätte an einer Medienkonferenz über die immer prekärer werdende finanzielle Lage informiert werden sollen.

Doch Financier Heinz Spross preschte mit einem Interview in der gestrigen «NZZ am Sonntag» vor. Ein weiterer Hilferuf des Gartenbau-Unternehmers, der bei GC jährlich ein Loch von 4 bis 5 Millionen Franken stopft. Nicht zur Freude von Gattin Traudi und Tochter Natalie Spross Döbeli. Nach neuestem Stand fehlen in der laufenden Saison sogar 8 bis 10 Millionen.

Bis Ende Monat müssen die Hoppers der Swiss Football League Sanierungsmassnahmen präsentieren.

Nun sollen die Spieler für die Fehler der Vereinsführung bluten. Captain Boris Smiljanic zeigt gegenüber BLICK ein gewisses Verständnis für die unpopuläre Massnahme: «Das war keine sehr positive Nachricht nach einem solch tollen Spiel. Doch man kann nicht verlangen, dass Leute Geld in den Verein pumpen – und wir Spieler auf nichts verzichten.»

Die Spieler warten nicht freiwillig auf ihr Geld

Trainer Ciriaco Sforza sagt: «Wenn alle mitziehen, bin ich natürlich auch bereit, zur Gesundung des Vereins beizutragen. Nur: Die Spieler können nichts für die aktuelle finanzielle Situation, daran sind andere schuld.»

Die Schuldigen werden gesucht. Intensiv. Und es gibt schon einen heissen Betrugs-Verdacht! Bei einem Transfer soll ein Millionenbetrag verschwunden sein. Der Deal mit einem ausländischen Klub sei in Euro abgewickelt worden. X Millionen Euro war der Preis, GC habe zwar die exakt gleiche Summe erhalten – aber in Franken…

Zurück zu den Lohnreduktionen. Blauäugig ist, wer glaubt, dass ausländische Spieler wie Vallori oder Zarate, die seit Monaten vergeblich auf versprochenes Handgeld in sechsstelliger Höhe warten, nun freiwillig auf Lohn verzichten. Sie haben – wie alle andern – schriftliche Verträge.

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