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Längste Torflaute der Laufbahn Ist die Karriere von Alex Frei vorbei?

Der Torschützenkönig der letzten beiden Saisons erlebt die längste Flaute seiner Karriere. Und das ausgerechnet jetzt, wo es um seine Zukunft geht.

  • Publiziert: 23.10.2012
  • Von Heiko Ostendorp

Soll Basel den Vertrag mit Alex Frei verlängern?»

Sonntagmittag, Swissporarena Luzern. Es läuft die Nachspielzeit. Spielstand FCL vs. FCB 1:0. Freistoss für Basel aus 16 Metern.

Logisch, eine Sache für Alex Frei (33). Eine Situation, die er liebt. Trifft er, ist seine Tor-Krise beendet. Keiner redet mehr über die unterirdische Leistung in den 92 Minuten zuvor.

Frei läuft an – und setzt die Kugel über den Kasten. Sekunden später verwirft der Torschützenkönig der letzten beiden Jahre die Hände, flucht. Das Spiel ist aus – und er mittlerweile seit 615 Minuten ohne Treffer.

Schon in zwei Szenen zuvor scheitert Frei aus aussichtsreicher Position. Der Ball will einfach nicht rein. Am 28. Juli traf er letztmals in der Super League. BLICK hat nachgeschaut: So lange wartete Frei während seiner ganzen Profi-Karriere noch nie auf einen Torerfolg! Nicht in Luzern, Genf oder Rennes, nicht in Dortmund – und erst recht nicht beim FCB, wo er in bisher 141 Pflichtspielen 101-mal knipste!

Jeder, der Alex kennt, weiss: Die Krise nervt ihn selbst am meisten! Seit Wochen betet er die gleichen Sätze runter: «Ich komme ja noch zu Chancen, irgendwann gehen sie wieder rein. Ich weiss, wie ich da rauskomme.» Aber wann?

Die Situation ist heikel. Denn es geht auch um seine Zukunft. Freis Vertrag läuft am Saisonende aus. Der Torjäger a.D. zu BLICK: «Wir werden sicher im November zusammensitzen und über meine Zukunft reden. Ob ich als Spieler weitermachen will, ob man mich überhaupt noch will.»

Das sieht auch FCB-Sportdirektor Georg Heitz so: «Die Frage ist, ob er noch Mumm und Lust hat, ein Jahr dranzuhängen. Wie wir die Sache als Klub einschätzen. Es ist noch zu früh, um über ein mögliches Karriereende zu reden. Aber dass Alex derzeit nicht die Leistung bringt, die er von sich selbst erwartet, sieht jeder.»

Ist es mit Frei vorbei? Wird dies seine Abschiedssaison? Was dafür spricht: Zuletzt hatte er immer wieder mit Bobos zu kämpfen, was ihn tierisch nervte. Fussverletzung, Beckenprellung, Cut über dem Auge – es kam knüppeldick.

Dazu haben sich Freis Prioritäten verändert, seit er Vater ist. «Der Mittelpunkt des Lebens ist unsere Tochter», sagt er. Und im «Sonntag» gab er zu: «In meiner Prioritätenliste haben sich vielleicht drei, vier Prozent verschoben. Zugunsten meiner Familie und zuungunsten meines Killerinstinkts.»

Doch es spricht auch einiges dagegen. Nicht zuletzt sein Ehrgeiz. Frei will und verdient einen würdigen Abschied. Heisst: auf dem Barfüsserplatz, mit einem Pokal in den Händen. Ob es den nach dieser Saison für den FCB gibt, ist fraglicher denn je. Und das liegt bei weitem nicht nur an Frei.

Lass es sein, Alex!

Kommentar von Felix Bingesser, Sportchef:

Ludovic Magnin ist 33 Jahre alt. Er hat eine grosse Karriere hinter sich. Doch es zwickt da und dort. Er zollt dem Alter Tribut. Hat an Dynamik verloren und ist langsam geworden. Jetzt tritt er zurück.

Alex Frei ist 33 Jahre alt. Er hat eine grosse Karriere hinter sich. Jetzt zwickt es da und dort. Er zollt dem Alter Tribut. Hat an Dynamik verloren und ist langsam geworden. Was macht er jetzt?

Jetzt, da sein Vertrag bei Meister Basel Ende Saison ausläuft? Alex Frei ist der beste Schweizer Stürmer des vergangenen Jahrzehnts. Aber auch er ist im Herbst seiner Karriere angekommen. Und es ist kein goldener Herbst.

Frei ist nicht der Sündenbock. Aber er steht stellvertretend für die Krise des FC Basel. Der bestbezahlte Super-League-Spieler ist seit Wochen nur mehr ein Mitläufer. Das nervt keinen so sehr wie ihn, den verbissenen Leitwolf. Er hat in Basel gefunden, was er gesucht hat. Er hat in der Heimat drei grossartige Jahre gehabt. Und er wird noch das eine oder andere Tor schiessen. Aber das genügt nicht. Nicht für einen wie ihn.

Denn seine derzeitige Ladehemmung ist nicht auf eine temporäre Formschwäche zurückzuführen. Sie ist das schleichende Ende einer grossen Karriere.

Darum möchte man ihm zurufen: Alex, lass es sein! Mach Ende Saison Schluss!

Beliebteste Kommentare

  • Thadäus  Moser
    Ich finde den Kommentar von Herrn Bingesser daneben. 33 ist noch kein Veteran, diverse Stars haben die letzten Jahre gezeigt, dass man mit 38-39 noch spitze sein kann. Mit Köpfchen und Erfahrung braucht man kein sprinter mehr zu sein.
  • Ueli  Schwiizer , Aesch
    Blödsinn! Man wird doch nicht Meister, Cupsieger und Torschützenkönig in einer Saison und in der darauf folgenden kann man nicht mehr Tore schiessen, oder gar Fussballspielen. Eine Flaute ist eine Flaute, die geht vorbei. Auch der FCB wird dieses Jahr noch was zeigen - und wie!

Alle Kommentare (31)

  • Yves  Wüthrich , Jena , via Facebook
    felix bingesser,

    sie haben keine ahnung. alex kommt zurück und zwar bombenstark. wetten?
    • 23.10.2012
    • 4
    • 2
  •   peter weiss , Zürich
    Hoffentlich hört er nicht auf. Solange er spielt, schwächt er Basel. Das sind doch tolle News. Bis Basel merkt, dass er nix mehr drauf hat ist es mehr als zu spät.
    • 23.10.2012
    • 4
    • 6
  • Peter  Keller , Solothurn
    Ein Unterschied zwischen Welklasse-FREI und Weltklasse-FEDERER besteht nicht. Beide werden abgeschrieben und kommen dann um so staerker, brutaler und schmerzhafter fuer die Neider zurueck. Bravo BASEL, Super-Alex und Super-Roger.
  • marcel  herzig , St. Gallen
    Er ist ganz sicher einer der viel geleistet hat und einer der besten Fussballer der Schweiz.
    Sicher ist er jetzt schon über 30. Aber haben nicht alle mal in einer Saison ne Torflaute? Lasst ihn mal diese Saison fertig spielen. Dann kann er ja selber entscheiden wass gut ist für ihn.

    Gruss von einem nicht FCB Fan
    • 23.10.2012
    • 54
    • 9
  • Peter  Montanari , Rayong
    Und wenn er dann wieder Tore schiesst, ist er wieder der Grösste. Mit 33 gehört man noch lange nicht zum alten Eisen – Beispiele gibt genug. Ich wünsche Alex Frei, dass er wieder trifft. Dies sage ich als GC-Fan.
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Runde 34 Super League

Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 Basel 33 59:30 66
2 GC 33 41:30 60
3 St. Gallen 33 49:32 56
4 Zürich 33 54:42 49
5 Thun 34 42:42 47
6 Sion 34 36:50 45
7 YB 33 44:43 42
8 Luzern 34 35:49 36
9 Lausanne 34 28:47 30
10 Servette 33 28:51 26

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