Massimo Busacca: «Ich habe noch grosse Ziele»

  • Publiziert: 21.09.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Martin Arn

Massimo Busacca kassiert für seinen Ausraster drei Spielsperren. Aber aufgeben will er deswegen nicht.

Massimo Busacca (40), der beste Schiedsrichter der Schweiz, unser Fifa-Schiri, ist angeschlagen. Er hat die ganze Nacht kein Auge zugetan: «Ich bin kaputt.» Gestern hat ihn der Schweizerische Fussballverband für seinen «Stinkefinger» im Cupspiel Baden – YB (exklusiv im SonntagsBlick) für die nächsten drei Spiele gesperrt.

«Er wird gleich behandelt wie ein Spieler», sagt Schiedsrichter-Chef Urs Meier. «Busacca muss für seine Unsportlichkeit büssen. Wir können nicht Respekt verlangen und dann selbst dagegen verstossen.»

Busacca muss damit leben: «Ich habe einen Fehler gemacht, dazu stehe ich, und dafür bezahle ich.»

«Ich fühle mich schlecht und ziemlich allein»

Im Mai hatte sich Busacca als Schiri beim Champions-League-Final den Respekt aller geholt. Am letzten Samstag liess er sich von ein paar Schweizer Idioten provozieren. Er kann es auch nach zwei Tagen noch nicht fassen. «Es war eine Dummheit. Ich fühle mich schlecht und ziemlich allein», sagt er zu BLICK. Der lebensfrohe Mann ist frustriert. Er fragt: «Was ist mit den Zuschauern, die uns jedes Wochenende provozieren. Wird von denen auch einer gesperrt?» Es ist ein Kampf gegen Windmühlen.

Ob Busaccas Sperre Auswirkungen auf die Champions-League- und Europa-League-Spiele von nächster Woche hat, ist nicht klar. Die Uefa war gestern nicht zu erreichen für eine Stellungnahme. Schiri-Chef Meier sagt: «Ich hoffe, dass die Uefa unserem Urteil nicht folgt. Wenn ein Spieler in der Schweiz gesperrt wird, kann er ja im Europacup auch eingesetzt werden.»

Blatter: «Irren ist menschlich»

Die Fifa hat sich bisher auch nicht zu möglichen Konse-
quenzen für Busacca geäussert. Zum Vorfall selbst sagte Fifa-Präsident Sepp Blatter gestern zu BLICK: «Das darf nicht passieren, aber Irren ist menschlich.» Der Fussball sei «voller Emotionen», da gelte es, kühlen Kopf zu bewahren.

Busaccas Kopf ist an diesem Montagabend heiss. Er kommt vom Waldlauf in Monte Carasso zurück. «Ich musste durchlüften», sagt er. «Es geht weiter. Ich habe noch grosse Ziele.»

Auch Urs Meier macht Busacca Mut: «Ich denke, Massimo wird bei der WM dabei sein.»

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