CC war in Afrika und Sion ist souveräner Leader. Weil er seinem Trainer bloss Tipps aufgrund von Ferndiagnosen geben konnte?
BLICK: 17 Tage waren Sie in Afrika. Was haben Sie dort getrieben?
Christian Constantin: Ich war in Namibia, Botswana und Mosambik. Ich habe die Landschaft genossen, war auf Safari und habe das Meer auf kleinen Inseln erlebt.
Da sind Sie bestimmt auf Elefanten rumgeritten?
Klar. Im Übrigen bin ich legitimiert, sie allein zu reiten. Ich habe vor ein paar Jahren in Thailand den Elefanten-Führerausweis gemacht.
Waren Sie alleine in Afrika?
Ich habe ein miserables Gedächtnis…
Haben Ihnen die drei Länder gefallen?
Und wie! Ich war mit meinen Kindern vor kurzem eine Woche in New York. Das war auch toll. Doch Schwarzafrika ist ein fantastischer Kontrast dazu. Alles ist dort noch so natürlich, fast ideell.
Sie haben erstaunlich wenig telefoniert auf ihrem Trip?
Meistens hatte ich ja auch kein Netz… Ich habe mich sporadisch erkundigt, ob im Klub alles in Ordnung sei. Aber es stimmt: Ich wollte bewusst nicht erreichbar sein.
Ihr Posteingang muss ziemlich voll gewesen sein?
Es waren 2340 SMS bei meiner Rückkehr.
Haben Sie alle beantwortet?
Da merkt man, wie viele SMS gar keine Daseinsberechtigung haben. Die meisten habe ich gelöscht.
Die beiden Sion-Spiele während Ihrer Ferien haben Sie nicht gesehen?
Nein. Aber ich habe sie mir auf dem Internet über unser Web-Radio angehört. Und dann dem Trainer meine Ferndiagnose mitgeteilt.
Wie bitte?
Klar doch. Wenn ich am Radio höre, dass von Didier Crettenand wenig kommt, dann müssen wir das beheben, zum Beispiel mit einer anderen Aufstellung. Oder wenn ich höre, dass ein Corner indirekt ausgeführt wird, dann sage ich dem Trainer, dass die Jungs damit aufhören sollen, weil praktisch keine Tore nach indirekten Cornern fallen.
Viel Grund zur Unzufriedenheit hatten Sie in ihrer Abwesenheit aber nicht?
Das stimmt. Allerdings müssen sich unsere Neuen, vor allem Leo und Oussama Darragi, erst noch vollständig integrieren. Wir sind erst bei sechzig Prozent unseres Potentials angelangt.
Sechzig Prozent? Da muss der Konkurrenz angst und bange werden?
Die Konkurrenz ist bisher erst mittelmässig.
Und Sion plötzlich Titelkandidat Nummer eins…
Nein. Das ist und bleibt der FC Basel.
Sie haben sich die Haare geschnitten.
Ich war ja in Afrika, da muss man die Haare doch kurz tragen?
Warum?
Das ist doch, wie wenn man ins Militär einrückt. Ohnehin lebte ich in Afrika grösstenteils wie in besseren WK-Unterkünften.
Offenbar haben Sie sich aber bestens erholen können?
Oh ja! Das tut zwischendurch gut, völlig abzuschalten, um durchzuschnaufen.
| Platz | Mannschaft | SP | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Basel | 33 | 59:30 | 66 |
| 2 | GC | 33 | 41:30 | 60 |
| 3 | St. Gallen | 33 | 49:32 | 56 |
| 4 | Zürich | 33 | 54:42 | 49 |
| 5 | Sion | 32 | 36:45 | 45 |
| 6 | Thun | 33 | 41:42 | 44 |
| 7 | YB | 33 | 44:43 | 42 |
| 8 | Luzern | 33 | 35:46 | 36 |
| 9 | Lausanne | 33 | 25:47 | 27 |
| 10 | Servette | 32 | 24:51 | 23 |
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