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Hertha-Coach Favre: «Ich habe keinen Streit mit Dieter Hoeness.» (EQ Images)
Herr Favre, worauf freuen Sie sich am meisten auf den Malediven?
Auf die Ruhe. Zu liegen, zu schwimmen, mit den Fischen zu tauchen. Ich werde schnorcheln gehen. Und ich habe zwei Bücher dabei. Es geht nicht um Fussball, aber ich kenne die Themen nicht. Meine Tochter hat sie mir geschenkt.
63 Punkte, die Sie in der letzten Saison holten, bedeuten Rekord für Hertha seit dem Wiederaufstieg 1997. Da haben Sie sich den Urlaub verdient.
Schön ist, dass wir in den zwei Jahren meiner Amtszeit zudem 26 Millionen Euro Schulden abgebaut haben. Das macht das Ganze noch wertvoller. Ein Highlight war das 2:1 gegen Bayern. Da kamen Journalisten aus China und dem Iran, nur um mit mir zu reden.
Trotzdem wäre noch mehr als Platz 4 drin gelegen. Was lief in den letzten zwei Wochen der Meisterschaft falsch, dass man die Champions League nicht erreichte?
Für mich lief nur das letzte Spiel schlecht, das 0:4 bei Karlsruhe. Vorher hatten wir sieben Spiele ohne Niederlage, vier Siege und drei Unentschieden. Für mich war die schwierigste Situation nach der 27. Runde, als wir drei Mal in Folge verloren hatten. Hätten wir da nicht Charakter gezeigt und Bremen geschlagen, wären wir am Schluss auf Platz 10 gelandet.
Waren Ihre Spieler in Karlsruhe gedanklich schon im Urlaub?
Wir hatten vielleicht das Glück ausgereizt. Ich erinnere mich an das Hinspiel im Dezember. Wir hätten zur Pause 1:3 hinten liegen müssen. Mein Schwager war damals da, sagte: «Ich habe dir ganz schön viel Glück gebracht.» In der letzten Runde war das nicht mehr der Fall. In Karlsruhe haben wir nicht mehr verteidigt. Dann hat eine Mannschaft wie Hertha keine Chance.
Manager Dieter Hoeness hat gesagt, dass Sie die beste Verpflichtung seiner Karriere seien.
Das habe ich gelesen. Das ist natürlich schön, dass er das sagt. Das hat mich gefreut. Im Endeffekt darf man sagen: Wir haben mit wenig Geld gute Transfers gemacht.
Als kleiner Schweizer war es anfangs bestimmt schwierig, in Deutschland anerkannt zu werden.
Dein Name zählt erst nicht viel, das ist klar. Du musst dich mehr beweisen. Ich denke aber, dass mir das ganz gut gelungen ist.
Was kann der deutsche Fussball vom Schweizer lernen?
Die Trainerausbildung ist in der Schweiz sicher sehr gut. Und die Spieler sind taktisch gut geschult.
Die Unterschiede der Schweiz zur Bundesliga?
Die Dimensionen. 43 000 Fans kommen im Schnitt in die Stadien hier. Stars wie Diego und Ribéry machen die Liga natürlich attraktiv. Alles in allem ist es einfach eine andere Welt.
Zum Schluss gab es bei Hertha ein paar Misstöne. Brandherd 1: Kapitän Arne Friedrich. Er fühlte sich nach der Verletzung wieder fit, Sie liessen ihn auf der Bank. «Ich bin enttäuscht von Favre», sagte er.
Ich bin froh, dass er enttäuscht ist. Wenns ihm nichts ausgemacht hätte, dann wäre es schlimm gewesen.
Er warf Ihnen vor, nicht mit ihm geredet zu haben.
Ich habe vor der Partie genug mit Arne geredet. Ich habe mit ihm null Probleme. Er ist ein korrekter Mensch. Aber wissen Sie, das Ganze kommt nicht von Arne aus, sondern von der Boulevardpresse.
Sie würden Friedrich wieder draussen lassen?
Ja, klar. Wir hatten vorher in sechs Spielen drei Gegentore bekommen, da muss ich nichts an der Verteidigung ändern. Ich habe eine Linie.
Brandherd 2: Weil Friedrich nicht spielte, sollen Sie sich mit Manager Dieter Hoeness im Kabinen-Gang gestritten haben.
Dieses Thema ist schnell erledigt: Das ist einfach nicht die Wahrheit, das ist eine Lüge. Ich habe keinen Streit mit Hoeness.
Lesen Sie das vollständige Interview im heutigen SontagsBlick