Zirkus ums Knie bei Luzern gegen Xamax Hakan Yakin: War das eine Tätlichkeit?

  • Publiziert: 02.08.2010, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Michel Wettstein und Bruno Hayoz

EMMENBRÜCKE - LU - Vom 0:2 zum 4:2 – aber das war nicht die feine Art. Was macht Yakins Knie an Nuzzolos Kopf?

Diese Szene sorgt für Gesprächsstoff: Beim Stand von 2:2 prallt Hakan Yakin gegen Xamax-Captain Raphael Nuzzolo. Der bleibt verletzt liegen, weil ihn Yakin beim Aufstehen erst mit dem Knie, dann mit dem Fuss am Kopf erwischt. Eine Tätlichkeit? Die Luzerner spielen weiter, erzielen das 3:2, nachdem Dampha Lustenbergers scharfe Flanke ins eigene Goal ablenkt.

Klare Tätlichkeit von Yakin?


Der verletzte Nuzzolo: «Es war eine klare Tätlichkeit. Das Spiel hätte unterbrochen werden müssen!» Lustenberger kontert: «Ein absolut korrektes Goal. Es liegt nicht an uns, den Ball rauszuspielen, wenn einer am Boden liegt. Der Schiri muss die Lage beurteilen und dann entscheiden. Wir haben uns korrekt verhalten.»

Fairness-Zoff in Luzern! Xamax-Trainer Jean-Michel Aeby widerspricht Lustenberger: «Luzern hätte die Möglichkeit gehabt, den Ball ins Aus zu spielen. Das wäre fair gewesen! Zudem war die Aktion von Yakin eine klare Tätlichkeit.»

Luzern-Präsi Stierli: «Sie provozierten uns!»

Xamax-Sportchef Paolo Urfer: «Letzte Saison gewann Luzern die Fairplay-Wertung. Das klingt jetzt wie blanke Ironie!» Von der Liga kassierte der FCL dafür 70000 Franken. Luzern-Präsi Walter Stierli verteidigt seine Mannschaft: «Xamax fing schon nach dem 2:0 an, auf Zeit zu spielen. Sie provozierten uns damit! So kann ich meinem Team nicht böse sein, dass es weiterspielte.»

Jetzt legt Xamax sogar Protest gegen die Wertung der 2:4-Pleite ein! Urfer: «Wir wissen, dass es nicht regelwidrig war, als Luzern weiterspielte.» Erklärt dann aber: «Es geht dabei um drei strittige Entscheidungen. Erstens um Besles Verwarnung wegen Zeitspiels, zweitens um ein mögliches Hands bei Luzerns 2:2 und drittens natürlich um Yakins Tätlichkeit. Wir beantragten dazu eine Video-Analyse.» Erfolgsaussichten: Null.

War es okay, dass Haki weiterspielte?»

  • 54,8% Ja! Der Zweck heiligt alle Mittel
  • 45,2% Nein! Er trat die Fairness mit Füssen

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