Blick.ch-Leser: Attacke gegen FCB-Coach ist beschämend Gross hats schwer im öffentlichen Verkehr

Christian Gross und der öffentliche Verkehr. In Zürich entfachte der FCB-Coach mit seiner Tramfahrt den Zorn der FCZ-Hooligans. Doch bereits bei seinem Engagement bei Tottenham (97/98) sorgte Gross mit dem ÖV für rote Köpfe.

  • Aktualisiert am 17.01.2012
  • Von Raphael Fiore, Stefan Meier und Simon Häring
Chrstian Gross (hier vor der FCZ-Südkurve) begab sich mit einer Tramfahrt durch Zürich auf heisses Terrain.- Keystone

Der 1. Akt: Christian Gross im englischen Underground

FCB-Coach Christian Gross hat mit der Tram-Attacke von FCZ-Hooligans (Blick.ch berichtete) nicht zum ersten Mal schlechte Erfahrungen mit dem ÖV gemacht. Vor knapp 12 Jahren fuhr Gross mit der U-Bahn zur Präsentation bei Tottenham Hotspur. Die Geste der Verbundenheit zu Land und Leuten wurde dem Zürcher als Naivität ausgelegt. Die englischen Journalisten hackten danach nur noch auf Gross herum, der Schweizer war in England fortan stigmatisiert.

Bis zum Ende seines Kurz-Einsatzes als Spurs-Trainer wurde ihm diese Fahrt in der Tube zur Last gelegt.
In London hatte Gross mit seiner Fahrt mit dem ÖV einst bloss die Medienmeute provoziert. In Zürich entfachte er den Zorn des unberechenbaren Fan-Mob. Ungefährliche Rivalen sind beide Lager nicht. Doch überliefert wurde in Zürich (zum Glück) auch Folgendes: Gross habe das Lachen nicht verloren – und mit den harmlosen Fans weiter über das Spiel diskutiert. (Si/raf)

Gross im Tram – war das naiv?

Blick.ch wollte wissen, was die Blick.ch-User zu den Anfeindungen gegenüber FCB-Trainer Christian Gross denken. Hat der gebürtige Zürcher blauäugig gehandelt, als er kurz nach dem Spiel das Tram nahm, um zu einem privaten Termin zu gelangen? Oder sollte es in der Schweiz für jedermann möglich sein, auch nach einem solchen Hochrisiko-Spiel die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen? Für die meisten ist klar: Die Auswüchse der FCZ-Hooligans ist beschämend. Viele fragen sich aber auch, ob der FCB-Coach nicht naiv handelte. Die Spuck-Tritt-Attacke wurde kontrovers diskutiert – hier einige Auszüge.

Tram-Attacke: «So etwas darf nicht passieren!»

Für die meisten Leser ist klar: So etwas darf nicht passieren. Umso erfreuter sind die Blick.ch-User über das Einschreiten der Fans.

Dome, Basel: «Als Basler frage ich mich schon, was Gross geritten hat, nach solch einem Spiel das Tram zu benutzen. Aber toll, dass FCZ-Fans Gross vor den FCZ-«Fans» beschützt haben. Super Geste.»

Tobias Sigrist, Zürich: «Respekt für die FCZ-Fans, welche Gross geschützt haben. Das sind wahre Fussballfans und anständige Verlierer!»

Bernhard Gross, Bern: «Mein Fazit: Ich gehe erst wieder in ein Stadion, wenn endlich alle Verantwortlichen die wirksamen Folgerungen einleiten.»

Anna, Aarau: «Ich bin kein Fussballfan, aber das, was hier abgeht, ist einfach nur primitiv und unterste Schublade. Pfui, schämt euch!»

Auck Kritik gegen Gross

Im Blick.ch-Feedback wurden aber auch kritische Stimmen gegenüber Christian Gross laut. Weshalb hat der FCB-Trainer ein Tram benutzt?

Frank Kodul, Zürich: «Man fährt nach so einem Spiel als FCB-Trainer nicht im Tram durch Zürich. Was hat Gross sich dabei gedacht? Er kann froh sein, ist nichts Schlimmeres passiert.»

Simon Schenk, Bern: «Es ist traurig, dass heute Fussballtrainer in Angst leben müssen und privat attackiert und bespuckt werden. Trotzdem muss ich sagen: Wer nach einem solchen Match ins Zürcher Tram einsteigt, obwohl er die Situation kennt, ist auch irgendwie selbst schuld.»

Taylor, Riehen: «Sorry, Herr Gross, aber ein Taxi wäre wohl die bessere und vernünftigere Wahl gewesen.»

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