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GC-Stürmer Raul Bobadilla zeigt seine roten Bänder, die er sich um die Knöchel gebunden hat. (Benjamin Soland)
Das Porträt von Mutter Elvira in die Brust gestochen, den Namen der verstorbenen Nichte als Tattoo auf dem rechten Unterarm, das Bildnis von Maria auf dem rechten Unterschenkel – und neu schwört Gaucho Bobadilla auch auf Glücksbändchen. Sie sind rot, Bobadilla trägt sie Tag und Nacht. Auch heute beim Hit gegen Leader Basel (16 Uhr, Teleclub live).
«Meine Mama hat die mir geschenkt», vertraut der GC-Stürmer SonntagsBlick an, «sie liess sie in Argentinien durch einen Priester segnen. Die Bänder sollen das Böse abwehren.» Normalerweise werden diese Bändchen am Handgelenk getragen. Bobadilla band sie sich um seine Knöchel. «Sie sollen meinen Füssen Glück bringen und auf sie aufpassen, damit ich mich nicht verletze.»
Helfen diese Glücksbringer auch gegen parteiische Unparteiische? Bobadilla lacht. Eine Sperre wegen vier Gelben musste er bereits absitzen. Die letzte Runde verpasste er ebenfalls – wegen einer Gelb-Roten beim 3:1 gegen Bellinzona. Bobadilla hatte nach einem Abseitspfiff weiter gespielt. «Die Schiedsrichter machen ihre Arbeit», sagt er mit zehn Tagen Distanz, «auch sie machen Fehler. Die Gelb-Rote im letzten Match war aber sicher ungerecht.»
Sechs Tore in acht Spielen, Bobadilla hat die Torjäger-Krone vor Augen. «Beim Match in Vaduz haben sie mir noch einen Treffer geklaut, das war kein Eigentor», ereifert sich der Mann aus der Provinz Formosa. 19 Goals schoss der ehemalige Stürmer von Concordia Basel in seiner ersten Super-League-Saison. «Jetzt will ich mindestens 20 schiessen».
Auf dem Weg zu seinem Lieblingsrestaurant Mediterraneo in Oberglatt ZH lässt Bobadilla in seinem von Teamkollege Vero Salatic geliehenen Maserati Gran Turismo kurz die 500 PS aufheulen. Er fährt sehr gesittet um die Kurve, die GC-Brasilianer Toni Dos Santos am 19. März 2008 verpasste hatte und darauf frontal in ein Bauernhaus gedonnert war.
Bobadilla schaut durchs Fenster auf der Beifahrerseite: «Unglaublich, dass Toni schon wieder mit uns trainiert. Ein kleiner Fehler im Auto kann dir die Karriere kosten.» Und die von Bobadilla hat erst begonnen. Auch wenn er pausenlos mit Transfergerüchten konfrontiert wird, bleibt der Sohn eines Metallarbeiters noch auf dem Boden. «Viele machen in ihrer Karriere einen zu grossen Schritt. Und fallen dann tief.»
Ein Team von «Diario Olé», der grössten Sportzeitung Argentiniens, war bei Bobadilla in Dielsdorf ZH zu Besuch. Der Report erschien gestern. Nesthäkchen Raul, den sie zu Hause «el bébé» nennen, ist stolz: «Jetzt werde ich auch daheim wahr genommen.»
Kann Bobadilla schon übermorgen in Argentinien von seinen Toren gegen Basel lesen? Raul: «Der Match gegen Basel wird ein harter Kampf für uns.» Am Montag fliegt Bobadilla mit seinen Eltern für eine Woche in die Heimat zurück. «Ich besuche meine Grosseltern. Es geht ihnen nicht gut.»