Geplatzter Transfer von YB-Sanogo zum Hamburger SV Jetzt wehren sich die «E-Mail-Esel» von Bern

Der Transfer von Sékou Sanogo von YB zum HSV ist in letzter Minute geplatzt. Die Hamburger sagen: die Berner sind Schuld. Die Schweizer sagen: die Deutschen.

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Der Deal ist geplatzt! Wegen fünf Minuten. Der HSV tobt. Sein sportlicher Leiter, Peter Knäbel, sagt: «Leider wurden die für den Transfer erforderlichen Dokumente in Bern zu spät versendet und erreichten uns nach 18 Uhr. Das ist sehr ärgerlich. Mir tut es leid für den Spieler, der gerne für den HSV gespielt hätte.» Die BILD verspottet die YB-Verantwortlichen als E-Mail-Esel. Doch die Berner sehen das ganz anders. Was ist in dieser Sache schief gelaufen? Der Reihe nach:

Es ist Sonntag mittag, als YB-Sportchef Fredy Bickel von HSV-Sportdirektor Peter Knäbel erstmals in Sachen Sanogo kontaktiert wird. Der Ivorer ist die Last-Minute-Option für die Norddeutschen, nachdem der Transfer von Gökhan Inler (Leicester) geplatzt ist.

Bickel und Knäbel loten die Modalitäten aus. Bis um ein Uhr nachts. Noch ohne brauchbares Ergebnis. Am Montagmorgen früh um 7.30 Uhr gehen die Verhandlungen weiter.

Sanogo fliegt nach Hamburg, absolviert die medizinischen Tests. Am Nachmittag einigen sich die Parteien auf eine Ausleihe bis Ende Saison mit anschliessender Kaufoption über einen Betrag von rund 2,2 Millionen Franken.

Es ist 16.31 Uhr. Bickel: «Knäbel bat uns, die Vereinbarung aufzusetzen, er komme nicht mehr dazu.» Dann beginnt der Minutenkrimi. Um 18 Uhr muss die Vereinbarung bei der Bundesliga sein. Die YB-Sekretärin geht mit Vollgas ran.

Um 17.35 Uhr mailt sie die Vereinbarung nach Hamburg. Die letzten Details werden fixiert. Um 17.51 Uhr mailen die Berner die definitive Version an den HSV.

Dann – es ist 17.52 Uhr – ein aufgeregtes Telefonat aus Hamburg. Es sei kein Mail angekommen. So schickt es YB nochmals. Um 17.54 Uhr. Wieder dasselbe. Das Mail kommt nicht an!

Die Parteien werden ultranervös. Die Zeit zerrinnt. Und es kommt kein Mail in Hamburg an. Erst um 18.04 Uhr. Da ist es zu spät.

Während die Hamburger toben und die deutschen Medien spotten, fragt man sich in Bern, weshalb es fast 30 Stunden gebraucht habe, um zu einer Lösung zu kommen.

Schliesslich sei es der HSV gewesen, der den Spieler unbedingt wollte. Bickel: «Auch mir tut es für Sékou enorm leid.» Und, ja. Es ist nicht die erste Last-Minute-Transfer-Panne beim HSV.

2011 wollte Eigengewächs Maxim Choupo-Moting (heute Schalke) nach Köln wechseln. Sein Vater und Berater Just Moting faxte den Vertrag elf Minuten vor Ablauf der Frist an die Kölner Bosse. Dort kam aber nur die erste Seite an.

Bis Moting nach der Panne den Kontrakt erneut gefaxt hatte, war die Wechselfrist vorbei. Sein Sohn musste zunächst in Hamburg bleiben. Fünf Monate später ging es nach Mainz.

Publiziert am 02.02.2016 | Aktualisiert am 29.06.2016

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42 Kommentare
  • beat  loser aus st.gallen
    03.02.2016
    Die Berner sind halt nicht die schnellsten, warum man das nicht eingerechnet hat ist mir ein Rätsel. Vielleicht aber wird man es als Argument durch gehen lassen und es kommt alles noch in Ordnung. Bedenkt man was die FIFA sich alles leistete sind vier Minuten sicher zurück zu drehen.
  • Andreas  Keller , via Facebook 02.02.2016
    Was regt Ihr euch über Bickel auf? Der nervt sich schon genug über den geplatzten Transfer. Mir passierte es auch schon, dass beim Senden aus einem Dokument das Mail im Postausgang hängen blieb. Mir passierte es ebenso. dass Mails nicht oder erst später eingetroffen sind. Mich wundert eher, dass Mails/FAX rechtsgültig sind. Ein kleiner Trick. PC Uhr zurückstellen, nochmals versenden :)
  • Benno  Schoenholzer aus Yang Talad
    02.02.2016
    Bickel ... Wer wenn sonst!!!
    • Tinu  Rösch 02.02.2016
      Hauptsache dumme Kommentare abgeben. Aber wichtig ist doch wenn man seinen Namen lesen kann, nicht wahr?
  • Heinz  Häni 02.02.2016
    Etwas anderes erwartet von YB? Für so was verlängert man Verträge gell Herr Bickel
  • Thomas  Tschumi aus Winterthur
    02.02.2016
    Für mich ist der Fall ganz klar. Bickel hat schon so oft ein falsches Spiel getrieben, dass auch hier der Fehler bei ihm liegt. Vermutlich hat er sich nicht getraut, dem Spieler den Transfer zu verweigern. Was liegt näher als den Transfer zu verzögern und bewusst erst nach 18Uhr das Mail zu versenden. Problem gelöst und der Spieler bleibt und Schuld sind wieder alle anderen.
    • Manfred  Kaufmann , via Facebook 02.02.2016
      Waren sie dabei das sie ein urteil bilden können? lasse mich gerne überraschen
    • Peter  Gerber 02.02.2016
      Doch toll wenn es für Sie klar ist. Wenn man deutsche Medien und Kommentare liest, ist es für die meisten auch klar, dass der HSV schuld ist.