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Sonntag, Stadion Communale. Der erst 18-jährige Nzuzi Toko Bundebele ersetzt bei der 2:6-Schlappe in Bellinzona den gleichaltrigen Bruce Lalombongo. Bundebele für Lalombongo – das ist GC im Jahre 2009. Keine Szene könnte die aktuelle personelle Situation beim Renommierklub besser illustrieren als eine Auswechslung in der 67. Minute.
Gibt es Rettung für den Rekordmeister?
Liegt Berbigs Klub auf dem Sterbebett? Oder gibt es für den Rekordmeister doch noch eine Rettung?
Chirurg Berbig sagt: «GC liegt zurzeit auf der Intensivstation.» Von Trauerstimmung will der Präsident und ehemalige Internationale aber nichts wissen. Der ehemalige Goalie (Meister 1978, 82, 83 und 84) fügt gleich an: «Die Prognosen sind aber gut.»
Branchenüblich würde nach einer solchen Negativserie der Trainer zumindest in Frage gestellt. Ist Hanspeter Latour kein Thema? «Nein», antwortet Berbig auch gestern, einen Tag nach dem Tiefschlag von Bellinzona. Und präzisiert dann: «Hanspeter ist insofern ein Thema, weil er, wie wir alle, zum Team gehören. Er ist extrem nahe an der Mannschaft, er kann extrem viel zu unserer Analyse beitragen.»
Sportchef und Vize-Präsident Erich Vogel, der in Bellinzona neben Berbig auf der Tribüne sass, ergänzt: «Was willst du dem Trainer vorwerfen? Mit einer solchen Mannschaft kannst du in Bellinzona nicht gewinnen.»
Tönt nach Ausreden. Sollen es laut Vogel aber nicht sein. Nur Erklärungen. Und die klingen durchaus plausibel. Mit Cabanas, Dos Santos, Lulic, Salatic, Voser, Daprelà, Schultz und Callà fehlten Latour am Sonntag gleich acht (!) Stammspieler. Wer, ausser Liga-Krösus Basel, könnte einen solchen Aderlass verkraften?
Noch fehlt das Geld
Ist Geld vorhanden, um neue Stars zu kaufen? Berbig: «Nein, bis jetzt noch nicht. Aber wir hoffen darauf.» Vogel: «Wir haben gewisse Sponsoren, die Geld für neue Spieler versprochen haben.»
Die sportliche Krise ist noch längst nicht ausgestanden. Nächsten Sonntag droht GC gegen Xamax die fünfte Niederlage am Stück. Doch danach besteht für den Patient berechtigte Hoffnung, die Intensivstation zu verlassen: Wegen den beiden WM-Qualifikationsspielen gegen Moldawien ruht der Meisterschaftsbetrieb für 13 Tage. Genug Zeit, um die Wunden zu lecken und sie verheilen zu lassen.
Vogel: «Ausser Callà sollten bis dann alle wieder an Bord sein.» Wenn sich Nicht-Mediziner Vogel da nur nicht täuscht. Abwehrchef Smiljanic sass gestern mit schmerzverzerrtem Gesicht im Wartezimmer in Berbigs SportClinic. Droht dem Leithammel gar das vorzeitige Saisonende?