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Chirurg und Präsi Berbig: «GC liegt auf der Intensiv-Station»

Im Wartezimmer von Roger Berbig in der Zürcher SportClinic sitzt Verteidiger Boris Smiljanic. ­Doch ein anderer Kranker ­bereitet dem GC-Boss weit mehr Sorgen.

Von Max Kern | Aktualisiert um 13:41 | 17.03.2009
Roger Berbig in seiner Sportclinic.
Roger Berbig in seiner Sportclinic.
Sonntag, Stadion Communale. Der erst 18-jährige Nzuzi Toko Bundebele ersetzt bei der 2:6-Schlappe in Bellinzona den gleichaltrigen Bruce Lalombongo. Bundebele für Lalombongo – das ist GC im Jahre 2009. Keine Szene könnte die aktuelle personelle Situation beim Renommierklub besser illustrieren als eine Auswechslung in der 67. Minute.

Gibt es Rettung für den Rekordmeister?

Liegt Berbigs Klub auf dem Sterbebett? Oder gibt es für den Rekordmeister doch noch eine Rettung?

Chirurg Berbig sagt: «GC liegt zurzeit auf der Intensivstation.» Von Trauerstimmung will der Präsident und ehemalige Internationale aber nichts wissen. Der ehemalige Goalie (Meister 1978, 82, 83 und 84) fügt gleich an: «Die Prog­nosen sind aber gut.»

Branchenüblich würde nach ­einer solchen Negativserie der Trainer zumindest in Frage gestellt. Ist Hanspeter Latour kein Thema? «Nein», antwortet Berbig auch gestern, einen Tag nach dem Tiefschlag von Bellinzona. Und präzisiert dann: «Hanspeter ist insofern ein Thema, weil er, wie wir alle, zum Team gehören. Er ist extrem nahe an der Mannschaft, er kann extrem viel zu unserer Analyse beitragen.»

Sportchef und Vize-Präsident Erich Vogel, der in Bellinzona neben Berbig auf der Tribüne sass, ­ergänzt: «Was willst du dem Trainer vorwerfen? Mit einer solchen Mannschaft kannst du in Bellinzona nicht gewinnen.»

Tönt nach Ausreden. Sollen es laut Vogel aber nicht sein. Nur Erklärungen. Und die klingen durchaus plausibel. Mit Cabanas, Dos Santos, Lulic, Salatic, Voser, Daprelà, Schultz und Callà fehlten Latour am Sonntag gleich acht (!) Stammspieler. Wer, ausser Liga-Krösus Basel, könnte einen solchen Aderlass verkraften?

Noch fehlt das Geld

Ist Geld vorhanden, um neue Stars zu kaufen? Berbig: «Nein, bis jetzt noch nicht. Aber wir hoffen darauf.» Vogel: «Wir haben gewisse Sponsoren, die Geld für neue Spieler versprochen haben.»

Die sportliche Krise ist noch längst nicht ausgestanden. Nächsten Sonntag droht GC gegen ­Xamax die fünfte Niederlage am Stück. Doch danach besteht für den Patient berechtigte Hoffnung, die Intensivstation zu verlassen: Wegen den beiden WM-Qualifikationsspielen gegen Moldawien ruht der Meisterschaftsbetrieb für 13 Tage. Genug Zeit, um die ­Wunden zu lecken und sie verheilen zu lassen.

Vogel: «Ausser Callà sollten bis dann alle wieder an Bord sein.» Wenn sich Nicht-Mediziner Vogel da nur nicht täuscht. Abwehrchef Smiljanic sass gestern mit schmerzverzerrtem Gesicht im Wartezimmer in Berbigs SportClinic. Droht dem Leithammel gar das vorzeitige Saison­ende?
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Verblichener Ruhm 1984 präsentiert Roger Berbig als GC-Goalie den Meisterpokal – der vierte in seiner grossen Karriere bei den Grasshoppers. (RDB)
Verblichener Ruhm 1984 präsentiert Roger Berbig als GC-Goalie den Meisterpokal – der vierte in seiner grossen Karriere bei den Grasshoppers. (RDB)
Schlappe Nr. 4 Bellinzona schlägt GC 6:2 (hier schiesst Lustrinelli das 1:0). (Keystone)
Schlappe Nr. 4 Bellinzona schlägt GC 6:2 (hier schiesst Lustrinelli das 1:0). (Keystone)

Alles dazu im BLICK

Lesen Sie mehr zur Situation der Grasshoppers in der aktuellen Ausgabe und erfahren Sie, weshalb Berbig und Vogel den Bettel nicht hinschmeissen werden.

Das sagen die Blick.ch-Leser

Vielen Dank für die Feedbacks. Lesen Sie die Meinungen der Blick.ch-Leser zur aktuellen GC-Krise.

Das sagen Blick.ch-Leser
Hopper, Zürich - 13:14 | 17.03.2009
» An alle YB- und FCZ-Fans, welche die GC-Fans als lasch und wenig bezeichnen. Ihr beide habt nicht mehr Fans als wir! Unter einem Fan verstehe ich Einer, der wegen dem Fussball und nicht wegen Krawallen oder Feuerwerk zum Fussball geht. Ebenfalls hält ein Fan in guten, wie in schlechten Zeiten zum Verein. Ich habe schon Derbys mit einer halbleeren Südkurve erlebt. Und im Hardturm habe ich schon Samstagspiele gegen YB gesehen, wo nicht mehr als 10-15 Gästfans im Stadion waren. Aber als Modefan, weiss man halt nicht, was es heisst untendurch gehen zu müssen.
Tifo, Italiano - 12:43 | 17.03.2009
» Logisch ist eine 2:6 Niederlage nicht immer einfach zu erklären. Aber erinnern wir uns doch an die 1:8 Klatsche des FCB im Wallis. Gross it geblieben und wurde danach Meister und spielte mit dem FCB in der CL. Was GC fehlt sind nicht nur die Verletzten Spieler, sondern auch die Investoren, die an den Verein glauben. Erich Vogel leistet gute Arbeit und sollte mti Glück der 4. Rang gehalten werden können, dann werden in der kommenden Spielzeit sicherlich auch wieder neue Geldgeber auftauchen. Zudem sollte GC endlich wieder im eigenen Stadion spielen können. GC steht für Tradition und Erfolg. Und es gibt genug Leute im Grossraum Zürich, die diesen Verin mögen und ihn auch (wieder) unterstützen werden.
Marco, Zürich - 12:42 | 17.03.2009
» Liebe GC-Fans. Lassen wir doch diejenigen, die jetzt ob der schwierigen Zeit, in der sich GC befindet, schadenfreudig ins Fäustchen lachen, links liegen. Ich bin überzeugt, dass GC wieder kommen wird. Wo zum Beispiel war YB vor etwa 5, 6 Jahren und wo sind sie jetzt... Fussball ist ein schnelllebiges Geschäft und diejenigen die heute oben sind, werden wieder einmal unten sein und umgekehrt! Wer in diesen Zeiten zu GC hält, ist ein richtiger Fan, auf die anderen - die so oft zitierten Modefans, die nun vornehmlich die Südkurve schmücken - können wir pfeifen. Hopp GC!
jan, winterthur - 12:38 | 17.03.2009
» Na und? isch halt die Kriese dah! Aber die wahre GC Fans, gönd au nach de Pleite in Bellenz am Sunntig gege Xamax an Match, und unterstützet sie vo ganzem Herze! GC bis zum untergang! Eimal GC, immer GC!
Remo, Aarau - 11:59 | 17.03.2009
» Was ist das für ein drei Jahresplan? Die 1. Mannschaft kommt nicht vom Fleck, die U21 ist Durchschnitt, die U18 liegt mit 15 Punkten Rückstand auf den FC Basel und das mit 6 Nationalspieler (!), die U16 Jahrgänge 93-94 haben innerhalb von 12 Monaten 4 Trainer (!) gehabt. Nun soll das Geld Schuld sein, wirklich?
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