GC: Kein Geld geflossen!

  • Aktualisiert am 19.01.2012
  • Von Micha Zbinden

Die GC-Verantwortlichen nahmen heute an einer Medienkonferenz Stellung zu den vermeintlichen Geldgebern. Fakt ist, dass der Millionen-Deal geplatzt ist und GC einen riesigen Imageschaden davonträgt.

Die 300 Millionen Franken sind bei GC wie erwartet nicht geflossen, der Mega-Deal ist geplatzt. GC-Präsident Roger Berbig betonte an der Medienkonferenz in Niederhasli zwar mehr im Witz, dass die Banken am Donnerstag erst um 16 Uhr schliessen, fügte aber an, «dass die Sache für uns abgeschlossen ist».

Berbig ist sich bewusst, dass der geplatzte Deal zu einem riesigen Imageschaden für die Grasshoppers geführt hat. Berbig: «Vereinzelte Sponsoren haben sogar abgeklärt, ob sie aus den laufenden Verträgen mit GC aussteigen können. Das ist dramatisch.»

Personelle Konsequenzen gibt es bei GC laut Roger Berbig aber keine.

Das sagt Erich Vogel

GC-Manager und Vizepräsident Erich Vogel erzählte im Campus in Niederhasli den Medien ausführlich seine Version der Geschichte, ging auf viele Details ein. «Zuerst tönte das Angebot wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht, und ich dachte an die versteckte Kamera. Aber ein Funken Hoffnung blieb», sagte Vogel.

Vogel verteidigte zuerst den dubiosen Volker Eckel – und damit natürlich auch sich selber. «Eckel hat nie gesagt, dass er über das Geld verfügt. Auch wenn er selber Schulden hat, ist es nicht unrealistisch, dass sein Halbbruder reich ist.» Später bezeichnete Vogel Eckel als schizophren.

Erich Vogel sprach von drei gravierenden Fehlern, welche die Grasshoppers gemacht haben.

1. «Wir haben nie gedacht, dass ein Partner von uns eine Geheimhaltungsklausel bricht.» (Bei Vertragsbruch kann die benachteiligte Partei eine Konventionalstrafe von zwei Millionen Euro einfordern.)

2. «Wenn der Deal seriös gewesen wäre, dann hätte sich die Klausel nicht als Rohrkrepierer erwiesen.» Und der BLICK hätte nicht darüber berichten können.

3. Vogel: «Wir hätten am Montag selber die Geheimhaltungsklausel brechen sollen.»

In seiner Verteidigungsrede versuchte Vogel, die Recherchen des BLICK zu kritisieren und vom eigentlichen Problem abzulenken. Dabei verstrickte er sich noch und noch in Widersprüche und lieferte weitere absurde Details.

Zum Beispiel: Man habe gewusst, dass Volker Eckel Pleite sei (was nicht stimmt, denn erst die Recherche des BLICK brachte diesen entscheidenden Fakt an die Öffentlichkeit), trotzdem habe er einen arabischen Halbbruder, der bereit sei, 300 Millionen in GC zu investieren. Wieso gibt der vermeintliche Halbbruder vorher nicht ein paar Franken dem mausarmen Eckel? Mehr noch: Er schickt ihn vor, um mit GC zu verhandeln.

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Roger Berbig: «Es ist noch kein Geld geflossen. Aber die Banken haben ja noch bis 16 Uhr geöffnet.»- Keystone

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Hat sich GC-Manager Erich Vogel beim wohl geplatzten 300-Millionen-Deal naiv verhalten?»

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