Fink attackiert FCZ-Bickel!

  • Aktualisiert am 14.01.2012
  • Von Heiko Ostendorp

In der Meisterschaft ist Basel seit Ende August ungeschlagen. Jetzt gehts im Cup gegen den FCZ. FCB-Coach Fink über das heisse Duell.

Herr Fink, Sie haben am Anfang viel Kritik einstecken müssen. Jetzt ist der FCB auf Kurs. Wie haben Sie das geschafft?
Thorsten Fink: Als Trainer brauchst du auch Glück. Wir haben zum richtigen Zeitpunkt ein entscheidendes Erfolgserlebnis gehabt. Der Sieg gegen Rom war der Knackpunkt.

Was ist da passiert?
Da hat es «Klick» gemacht. Seitdem glaubt die Mannschaft an den Trainer, an das System, an sich.

Wo war anfangs das Problem?
Da gab es viele Gründe. Einige Spieler hatten keine oder wenig Vorbereitung. Ich habe immer gesagt, dass es Zeit braucht, ein neues System einzuimpfen.

Fühlen Sie sich jetzt bestätigt?
Natürlich. Aber ich wusste, dass es so kommen wird. Ich habe auch in Zeiten, in denen es nicht lief, meine Linie durchgezogen. Einige haben gedacht, ich verliere die Nerven, aber ich habe Ruhe bewahrt. Auch wenn viele auf mich eingeredet und gesagt haben, der oder der muss weg. Wie bei Carlitos.

Was war da los?
Ich war kurz davor, ihn rauszuwerfen. Dazu haben mir viele geraten. Aber ich habe auch sein unglaubliches Potenzial gesehen. Dann habe ich ihm gesagt: Entweder du gibst Gas, oder du musst gehen. Dann hat er in Bellinzona drei Tore vorbereitet und ist seitdem einer unserer wichtigsten Spieler.

Jetzt könnten Sie mit einem Sieg im Cup die Saison des FCZ vorzeitig beenden. Eine Genugtuung?
Nein, warum?

Weil Sportchef Fredy Bickel vor der Saison sagte, er hätte sich lieber einen Schweizer Trainer beim FCB gewünscht.
Soweit ich weiss, ist Herr Bickel nicht beim FCB angestellt. Es gibt doch im Fussball keine Deutschen oder Schweizer, es gibt nur gut oder schlecht. Er sollte sich um die Baustellen beim FCZ kümmern, davon hat er derzeit genug, glaube ich.

Ist die Champions League das Problem beim FCZ?
Ich glaube schon, denn die Doppelbelastung geht natürlich an die Substanz. Allerdings haben wir das auch sehr gut hinbekommen – bisher.

Wie haben Sie das geschafft?
Wir haben enorm viel rotiert. In der Europa League, im Cup. Aber das ist auch eine Charakterfrage. Und meine Mannschaft hat einen sehr guten Charakter.

Ist der FCB gegen den FCZ Favorit?
Mir ist derzeit nicht bange, dass wir zu Hause ein Spiel verlieren könnten. Im Moment gewinnen wir auch die Spiele, in denen wir nicht so gut spielen – das ist eine Mentalität, die ich sonst nur von Bayern kenne.

Also ja?
Wir wollen ausnutzen, dass der FCZ nicht gut drauf ist. Für mich ist das fast ein vorweggenommenes Endspiel, und wir haben die individuelle Klasse, es für uns zu entscheiden.

Hinweis: Das ausführliche Interview lesen Sie in der gedruckten Ausgabe.

Cup-Achtelfinals

Freitag, 20. November
Basel – Zürich SF2 20.10

Samstag, 21. November
Töss (2. Int.) – Luzern 14.30
Rapperswil-Jona (1.) – Biel 16.00
Servette – St. Gallen 19.30

Sonntag, 22. November
Lugano – Lausanne 14.30
Xamax – YB SF2 14.30
Winterthur – Thun 14.30
Solothurn (1.) – Kriens 14.30
FCZ-Sportchef Fredy Bickel.- Toto Marti

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