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Blick: Wie viele Fans haben aktuell bei Ihrem Klub Stadionverbot?
Bernhard Heusler: Derzeit sind es 67 Stadionverbote, die durch den FCB ausgestellt wurden – 45 davon an Leute aus dem eigenen Fankreis.
Wie viele davon waren am Sonntag im Letzigrund?
Die vom FCB bestellten Fanbegleiter und Sicherheitsleute sowie die Wachmänner beim Einlass vor Ort kennen die mit Stadionverbot belegten Personen. Sie sahen am Sonntag niemanden, gegen den vom FCB ein Stadionverbot ausgesprochen wurde.
Gibt es ein Bilderbuch an der Kasse?
Nein. Unsere Sicherheitsleute und die mitgereisten Fahnder und Szenenkenner kennen die mit Stadionverbot belegten Personen. Darum erfolgt die Kontrolle vorwiegend durch optische Checks.
Wie könnte man durchsetzen, dass solche Fans nicht ins Stadion gelangen?
Es muss davon ausgegangen werden, dass die Gewaltakte im Stadion nicht von Personen mit Stadionverbot begangen wurden. Wenn sie mit «solche Fans» aber Personen ansprechen, die Fussballspiele generell zur Ausübung sinnloser Gewalt missbrauchen, dann ist dies wohl die entscheidende Frage. Allerdings müssten solche Personen nicht nur vom Innern des Stadions, sondern auch vom Umfeld abgehalten werden können. Dafür sorgt eigentlich das Rayon-Verbot gegen Personen, die in der Hooligan-Datenbank eingetragen sind. Es wird aufschlussreich sein zu analysieren, wie viele der festgenommenen und/oder identifizierten Personen, die sich an den Ausschreitungen beteiligt haben, bereits in der Hooligan-Datenbank als Gewalttäter registriert sind.
Wie viel zahlt Ihr Klub für Sicherheit pro Jahr?
Allein im Jahr 2008 bezahlte der FCB für die Sicherheit 3,637 Millionen Franken – davon 1,24 Millionen für die Polizei. Nicht berechnet sind der Aufwand und die Ressourcen, die auf Stufe Klubleitung der Sicherheit gewidmet werden.
Haben Sie nach den Vorfällen Angst vor einem Geisterspiel? Noch in dieser Saison?
Geisterspiele sind eine falsche Sanktion in solchen Fällen. Bestraft werden mit der Sippenhaftung in erster Linie die weit über 99 Prozent friedlichen Zuschauer. Ganz empfindlich bestraft werden die Klubs. Der grosse Verlierer derartiger Sanktionen ist der Sport. Die Gewinner sind die Gewalttäter, die nicht zur Verantwortung gezogen werden und auch keine Solidarität zum Klub spüren.
Welcher Vorschlag sollte möglichst schnell umgesetzt werden, um Krawalle zu verhindern?
Mir ist kein konkreter Vorschlag bekannt, der das Problem der Krawalle, sei es im Zusammenhang mit Fussballspielen oder politischen Demonstrationen, auf die Schnelle lösen könnte. Wichtig ist, dass die jüngsten Ereignisse nicht zu Populismus und zu einem unfruchtbaren Spiel der Schuldzuweisungen zwischen Politik, Polizei, Klubs und Fans führen. Es müssen alle weiterhin und noch viel mehr zusammen an Lösungen arbeiten. Schnellschüsse sind ebenso nutzlos wie Massnahmenpakete, die einseitig am Schreibtisch entwickelt werden.
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Bernhard Heusler: «Wir waren uns einig: Yapi ist unsere Wunschverstärkung für die neue Saison.» (Keystone)