Thomas Grimm, CC sagt, bei der Liga seien Heuchler am Werk. Sind Sie ein Heuchler?
Ich möchte Aussagen von Herrn Constantin nicht mehr kommentieren.
Er will Strafklage gegen Sie persönlich einreichen.
Wenn er das Gefühl hat, damit da Problem aus der Welt zu schaffen, dann soll er das tun.
Hat man Sion absichtlich erst eine Viertelstunde vor Spielbeginn die Entscheidung mitgeteilt? War das eine Retourkutsche?
Nein. Aber es war sicher unglücklich. Ich verstehe, wenn man die Liga dafür kritisiert. Nur: Die Disziplinar-Kommission hat sich Zeit gelassen, um abzuwägen. Die Aufforderung der Fifa, gegen Sion disziplinarisch vorzugehen, kam am Freitagabend. Am Samstag hatte man alle Akten und konnte sich damit befassen.
Überlegen Sie sich einen Ausschluss von Sion?
Nein. Diese Überlegung gibt es im Moment nicht. Christian Constantin muss sich einfach bewusst sein, dass er nicht alleine in der Liga ist. Wenn man Regeln und Statuten des Verbands und der Fifa verletzt, dann geht das nicht. Die Spieler waren schlecht beraten, vor Zivilgericht zu ziehen. Das ist meine ehrliche Meinung. (Interview: Andreas Böni)
Alles zur Posse im St. Jakob-Park
Wahnsinn im St.-Jakob-Park! Sions neue Spieler laufen sich ein, wollen spielen – und werden dann vom Rasen geholt. Christian Constantin verklagt jetzt Liga-Boss Thomas Grimm.
Es ist kurz nach 17 Uhr, als sich die Sion-Spieler warmlaufen. Nach dem Entscheid des Bezirksgerichts Martigny vom Freitag dürfen die sechs Sion-Zuzüge spielen. Und tatsächlich stehen mit Mario Mutsch und Pascal Feindouno zwei in der Startelf, Gabri und José Gonçalves sind zudem im Kader. Ganz Sion freut sich auf die Neuen.
Doch es kommt alles anders. Plötzlich stehen die Spieler in einem Kreis, Trainer Laurent Roussey redet mit ihnen. Es ist 17.30 Uhr. Er erzählt den Neuzugängen, dass sie nun doch nicht auflaufen dürfen!
Was ist passiert? Die Disziplinarkommission der Liga hat die Spieler kurzfristig gesperrt! Die Begründung: In den SFV-Statuten ist deklariert, dass die Klubs den Sportgerichtshof CAS als höchste Instanz anerkennen. Wer trotzdem vor ein Zivilgericht zieht wie die Sion-Profis, kann dafür bestraft werden.
Das setzt Daniele Moro, Präsident der Disziplinarkommission, um – und Liga-Boss Thomas Grimm verkündet kurz nach 17.30 Uhr im Teleclub: «Die Zuzüge sind nicht spielberechtigt.»
Die ganze Planung von Trainer Roussey über den Haufen geworfen! Zambrella und Crettenand rutschen in die Startelf, Ogararu, Elmer und Rodrigo, die eigentlich auf der Tribüne sitzen sollten, ziehen sich um und nehmen auf der Bank Platz. Dabei war es nach SonntagsBlick-Informationen reiner Zufall, dass sie überhaupt mit nach Basel reisten!
Es ist also wie immer in den ersten Spielen. Sion tritt auch beim FCB unter Protest an, die Zuzüge hocken auf der Tribüne. Und aufgrund des ganzen Chaos wird der Match auch noch fünf Minuten später angepfiffen. Roussey gibt nach dem Schlusspfiff zu: «Es ist nicht immer einfach, unter diesen Bedingungen zu arbeiten …» Mario Mutsch, eigentlich für die Startelf vorgesehen, sagt: «Die Enttäuschung ist sehr gross, wenn du knapp 15 Minuten vor Spielbeginn das Einlaufen abbrechen musst. Der Trainer kam zu uns und sagte, wir dürften nicht spielen. Ich komme mir vor wie im Zirkus.»
Sion zeigt auch ohne Gabri & Co. wieder eine tolle Leistung, erkämpft beim FCB ein 3:3, nimmt einen verdienten Punkt mit ins Wallis. Ob der Protest trotzdem aufrecht erhalten wird, ist offen und kann bis am Dienstag entschieden werden. Roussey: «Ich werde mich dazu nicht äussern. Das ist Sache der Direktion.»
Und die, namentlich Christian Constantin, wird weiter klagen. Der Sion-Präsident tobt auf Teleclub: «Es ist ein Irrsinn, wenn man rund zehn Minuten vor Spielbeginn ein Gerichtsurteil umstösst. Hier sind alles Heuchler von Seiten der Liga am Werk. Ich werden strafrechtlich dagegen vorgehen.»
Im «Schweizer Fernsehen» legt CC nach: «Damit hat Herr Grimm quasi sein Todesurteil unterschrieben.»
CC hat bereits entscheiden, dass er Strafklage gegen Liga-Boss Grimm persönlich einreichen wird. Weil er diesen hinter dem Entscheid der Disziplinarkommission vermutet. Durch die kurzfristige Mitteilung sei Sion ausserdem ein klarer Wettbewerbsnachteil entstanden. Die Posse geht also weiter!
Dies, weil kaum zu erwarten ist, dass CC den Rat von FCB-Coach Thorsten Fink annimmt: «Eigentlich müsste man Herrn Constantin raten, dass er die Mannschaft so lässt. Ich fand sie nämlich nicht so schlecht.» (Von Heiko Ostendorp, Alain Kunz und Rolf Triulzi)