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Noch ein letztes Morgen-Training, dann geht es zurück in die Schweiz.
Die FCL-Kicker haben es so eilig, dass sie glatt Sportarzt Thomas
Stengel vergessen! Der Car ist weg und der Doc steht wie ein begossener
Pudel vor dem Hotel. Im Medienauto chauffieren wir ihn gerade noch
rechtzeitig zum Platz.
Coach Yakin schart sein Team im Kreis um
sich und hält eine Schlussansprache. Dann startet die letzte intensive
Einheit in Ägypten. Als Schlussbouquet gibt es einen Match. Die Gewinner
stehen Spalier für die Verlierer und applaudieren. «Merci, dass ihr
vorbeigekommen seid. Touristen sind hier immer willkommen.» Solche Spässe zeugen von der guten Laune und der Vorfreude auf zuhause.
Alle
verabschieden sich von den ägyptischen Ballbuben. Bei den Kids fliessen
Tränen. Die Spieler stecken ihnen heimlich Euro-Scheine zu. Jahmir Hyka
zeigt sich besonders grosszügig.
Zurück im Hotel platzt die
Bobadilla-Bombe. Grosse Hoffnungen wurden in den letzten Tagen über eine
Zukunft des Goalgetters in der Innerschweiz geäussert. Jetzt sieht man
doch einige betretene Gesichter, als der Transfer zu YB fix vermeldet wird. Es bleibt keine Zeit zum Trauern: Packen, Check-out und ab gehts zum Flughafen.
Roli
Leemann schleust den ganzen Trupp an den Kontrollen vorbei. Bei der
Gepäckabgabe gibt es trotzdem Stau. Jetzt braucht es viel Geduld und
gutes Zureden. Das ägyptische Personal ist überfordert. Um 17:30
hebt der Flieger ab. Viereinhalb Stunden bis Zürich Flughafen. Die Reise
verläuft ruhig. Auch für Doc Stengel. Er hats rechtzeitig geschafft und
dieses Jahr kippt im Flieger auch niemand um.
Letzter Tag vor der Abreise im FCL-Camp. Die Mannschaft trifft sich früh zu einem leichten Footing am Strand. Für den ganz grossen Sport sorgt am Morgen aber die FCL-Führungsriege. Der angekündigte Match Journalisten gegen Vorstand und Staff findet tatsächlich statt. Um 11 Uhr ist Anpfiff direkt neben dem El-Gouna-Stadion. Gespielt wird zweimal 20 Minuten.
Der FCL mit seinen Stars Walter Stierli und Giorgio Contini beginnt nervös. Das Füsschen zittert! Luzerner Chancen sind in der Startphase Mangelware, während die Journis ganz schön keck kombinieren.
Schnell liegen die Innerschweizer 1:4 im Rückstand.Dann der Einbruch im Medienteam. Ex-Profi Contini packt der Ehrgeiz. Als Sturm-Tank veranstaltet er eine Einmann-Show, schiesst 6 Tore und lässt den Blick.ch-Reporter mehrmals ganz alt aussehen.
Die Zuschauer sind sich nicht einig. Wars am Ende die grössere Erfahrung? Der präsidiale Flügel-Flitzer Walter Stierli ist immerhin 63 Jahre alt. Oder gab doch die mangelnde Kondition bei den Reportern den Ausschlag? Schwer zu sagen... Das Resultat ist denkbar knapp: Der FCL gewinnt mit 10:9,
die Jubelszenen erinnern an den Cupfinal von 1992.Am Nachmittag steht der zweite Test auf dem Programm. Gegner ist Lokalmatador El Gouna aus der ägyptischen Premier League. Vor der Abreise befragt Blick.ch Präsident Stierli in der Lobby zum Stand im Bobadilla-Poker. Stierli ist überzeugt: «Finanziell können wir mit den anderen Clubs nicht mithalten. Unser Joker ist Murat Yakin. Der Spieler kennt ihn von Concordia und GC und vertraut darauf, dass er ihn wieder ganz gross raus bringen wird.»
Der Spielverlauf ist ähnlich wie bei der Morgen-Partie.
Luzern gerät nach einem Zibung-Patzer in Rückstand.Die Ägypter sind bissig und topmotiviert. In der zweiten Halbzeit kehren Bento und Siegrist das Spiel. Vor allem der zweite Treffer ist sehenswert und wird sogar von den rund 500 Heimfans bejubelt, die grösstenteils aus Sawiris Bauequippe stammen. Für das Spiel gabs einen freien Nachmittag.
Am Ende trennt man sich freundschaftlich 2:2. Kurios: El Gouna wird von Mc Donalds gesponsort. Aber im ganzen Dorf gibts weit und breit keine Filiale der Imbisskette.
Der Abend steht im Zeichen des Clasico. Die Mannschaft setzt sich ab, um die Partie im Dorf am TV zu verfolgen. Wir Journalisten machen uns auf die Suche. Dann eine SMS von Dave Zibung: «Bleibt bitte wo ihr seid, wir wollen ungestört sein.» Bitter! Blick.ch wird ausgeladen. So bleibt es der Phantasie überlassen, womit und in welchem Umfang die Kicker auf die vier Tore und das Ende ihrer Zeit in Ägypten anstossen.