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Muss plötzlich viel Kritik einstecken: Murat Yakin.
(Reuters)Zehn Spiele, neun Punkte – Unterhaltungsfaktor: Null!» Ein Luzern-Fan zieht im Internet ernüchtert Bilanz über die jüngste Vergangenheit seines Lieblingsklubs. Mit seiner Meinung ist er nicht allein.
Am Samstag steht in der Thun Arena beim FCL 75 Minuten lang kein nomineller Stürmer auf dem Platz. Yakin fehlt die halbe Defensivabteilung wegen Sperren und Krankheit. Er entscheidet sich mit dem verbleibenden Personal für eine Igel-Taktik. Schön anzusehen ist das nicht.
Nach 66 Minuten und beim Stand von 0:0 wechselt Yakin sogar Spielmacher Ohayon aus, bringt Verteidiger Thiesson. Zwar kommt Minuten später Gygax als neue Spitze, aber den mitgereisten Fans platzt trotzdem der Kragen. Es gibt gellende Pfiffe. Doch das reicht ihnen noch nicht! Mit Transparenten attackieren die Kurvengänger Yakin und den FCL-Vorstand frontal. «Murat, ohne Medikamente ist dein Spiel nicht zu ertragen!» Die Retourkutsche auf den Verbal-Ausrutscher des Trainers an die Adresse eines Journalisten.
«Wir bilden Spieler aus – für Aarau, Kriens und Wohlen!» Auch die bevorstehende Abschiebung von Jung-Stürmer Siegrist schmeckt ihnen nicht.
Der Tiefpunkt? Nein. Nachdem Marco Schneuwly die Thuner in Führung bringt, kommt es zu einer tragischen Premiere. Erstmals in Yakins Trainerkarriere fordern die Fans seinen Kopf. «Muri raus!» Die Fan-Seele kocht.
Dann rettet ausgerechnet Nico Siegrist dem FCL in seinem letzten Spiel vor dem Aarau-Exil noch einen Punkt. Angestachelt durch die Fan-Rufe tritt auch er gegen Yakin nach: «Vielleicht habe ich ihm mit dem Tor den Kopf gerettet.»
Kann jetzt plötzlich jeder auf dem Trainer rumhacken? BLICK konfrontiert Yakin mit dem Stimmungsumschwung. Er nimmts sportlich: «Es freut und ehrt mich, dass sich die Fans mit meiner Arbeit auseinandersetzen. Ein echter Fan ist kein Ja-Sager. Mit dem Spruchband zu den Medis beweisen sie ihren tollen Humor und das motiviert mich noch mehr.»
Auch Siegrists Angriff will er nicht zu viel Gewicht beimessen. Yakin lacht und lobt: «Nico ist ein sehr talentierter Spieler. Ich verabschiede mich vorerst mit einem grossen Applaus von ihm und freue mich, ihn in ein paar Wochen wieder im Team zu haben.» Dann wird wohl zuerst mal ein Hühnchen gerupft!
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