«Mistkerl», «Judas», «Schweinesohn» Fan-Aufstand gegen Yapi

Gilles Yapi zum FC Basel? Die YB-Fans sind ausser sich. Captain Marco Wölfli versucht zu beruhigen.

  • Aktualisiert am 14.01.2012
  • Von Martin Arn

In Bern ist der Teufel los. Seit bekannt ist, dass sich Yapi mit den FCB-Bossen getroffen hat (im BLICK), drehen die YB-Fans durch: «Yapi, du bist ein Judas, ein huren Schweinesohn!», heisst es im Internetforum der Young Boys. «Yapi auf die Bank!», fordern die User.

Auf Facebook haben erzürnte Anhänger eine Gruppe gegründet: «Geht Gilles Yapi zum FC Basel, ist er ein mieser Verräter.»

Wird Yapi jetzt zur Hassfigur in Bern – wie damals Lars Lunde, nachdem er seinen Wechsel zu Bayern bekannt gab? Gibt es am Sonntag gegen Basel Pfiffe von den eigenen Fans?

«Basel ist eine Option – mehr sage ich nicht»

Der Ivorer wirkt äusserlich gelassen: «Ich kann den Fans nur versprechen, dass ich alles geben werde für YB. Ich will im Sommer als Meister gehen.» Zu seinem Geheimtreffen mit den FCB-Bossen äussert sich Yapi nicht: «Basel ist eine Option – mehr sage ich dazu nicht.»

Was sagt sein Trainer, Vladimir Petkovic – setzt er sein «Hirn» auf die Bank?

«No comment. Für mich zählt einzig die Leistung auf dem Platz. Wer sich im Training aufdrängt, der spielt. Die anderen gehen auf die Bank oder auf die Tribüne. Das ist für alle gleich, auch für Yapi.»

Hat sich Yapi im Training aufgedrängt?

Petkovic: «Die Aufstellung gebe ich am Spieltag bekannt. Wir haben gut gearbeitet. Wir sind physisch und mental bereit für die Partie in Basel.»

YB-Captain Marco Wölfli sagt: «Wir sind gut drauf. Yapi ist in der Kabine kein Thema. Er habe lange mit ihm gesprochen. «Gilles ist ein aufrichtiger Mensch. Er hat uns über seine Schritte informiert. Er hat viel geleistet für YB und wird weiterhin alles geben.»

Wölfli: «Er hat das Recht, Angebote zu prüfen»

Ein wenig Sorgen um seinen Teamkollegen macht sich Wölfli dennoch. Er appelliert an die Fans: «Ich hoffe, die Zuschauer sind fair zu Gilles. Er hat das Recht, alle Angebote zu prüfen. Das ist doch kein Verbrechen.» Die Stimmung im Team habe darunter «sicher nicht gelitten».

Trainer Petkovic sagt nach dem Training: «Wir lassen uns nicht verunsichern durch Dinge, die von aussen herangetragen werden. Die Mannschaft ist bereit für den Spitzenkampf.»

Die Young Boys geben sich betont abgeklärt. Sind sie es auch am Sonntag auf dem Platz?

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