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Kritik am Fussball-Business Ex-FCL-Profi wechselt in die Politik

«Einfältig, primitiv, scheinheilig»: Vor einem Jahr kritisierte Ex-FCL-Spieler Benedikt Koller (22) harsch die Fussballwelt und trat zurück. Jetzt geht er in die Politik.

  • Publiziert: 23.08.2012
  • Von Benedikt Widmer
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Bené Koller (mit Kapuze) mit seinen politischen Freunden. Links sitzt Juso-Schweiz-Präsident David Roth.

(zvg)

«Viele Fussballer sind dumm, das ist kein Klischee», sagte Koller vor einem Jahr. Oder: «Du musst ein Arschloch sein, um in diesem Geschäft zu bestehen.»

Mutige Worte für einen damals 21-jährigen Jungprofi. Koller fühlte sich beim FCL missverstanden und merkte, dass er nicht in die Fussballwelt passte. «Zu keiner Zeit entstand ein sinnvolles Gespräch. Alles drehte sich nur um Statussymbole wie Autos, Frauen und Markenkleider», sagte er dem Fussballmagazin «Zwölf».

Jetzt hat Koller die Konsequenzen gezogen und wechselt in die Politik. Koller wird der neue Sekretär der SP vom Kanton Luzern.

«Ich möchte die jungen Leute für politische Anliegen sensibilisieren», sagt Koller zu Blick.ch. Der Ex-Fussballer sieht sich im Sekretariat als Sprachrohr der Juso, bei denen er im Vorstand sitzt. Ein politisches Amt strebt der Luzerner vorerst nicht an. «Ich kann mir aber durchaus vorstellen, einmal im Grossstadtrat zu politisieren.»

Koller ist auch ein Jahr nach seinem Rücktritt noch mit dem FCL verbunden. Regelmässig steht er in der Fankurve. «Alain Wiss und Adrian Winter sind meine Lieblingsspieler», sagt Koller mit einem Schmunzeln. Die jüngsten Vorfälle beim FCL verfolgt er mit Besorgnis: «Ich denke, dass bei der Entlassung von Yakin vorschnell gehandelt wurde. Aber ich bin zu weit weg, um die interne Situation beim FCL richtig einzuschätzen.»

Seinen Rücktritt aus dem Profifussball hat Koller nie bereut. Im Gegenteil: «Meine mehrmonatige Südamerika-Reise hat mir sehr gut getan.» Und Koller hat auch im Fussball noch Pläne: «Ich habe den Futsal Club Luzern gegründet. Ausserdem will ich bald wieder aktiv Fussball spielen, in einer unteren Liga.»

Benedikt Koller

Der 22-jährige Luzerner erhielt zur Saison 2010/2011 einen Zweijahresvertrag beim FC Luzern. Nach nur zwei Einsätzen in der Hinrunde wurde er an den SC Kriens in der Challange League ausgeliehen. Im Sommer 2011 beendete er seine Fussballkarriere. Seither engagiert er sich beim intellektuell ausgerichteten Verein La Résistance de la Raison (Der Widerstand der Vernunft) und bei den Juso. Koller beginnt im Herbst mit dem Studium an der Universität Zürich.

Beliebteste Kommentare

  • Philip  Signer , via Facebook
    "einfältig, primitiv, scheinheilig"- na gott sei dank ist das in der politik ja so anders...
  • Joschka  Widmer
    Gute Einstellung, offenbar einer, der sich Gedanken zum Leben macht und nicht nur überall profitieren will wie viele in unserer Gesellschaft. Chapeau!!!

Alle Kommentare (27)

  • Anton  Werth , Visp
    Ex-Profi? "Vo dem Büebli" habe ich noch nie was gehört. Und jetzt SP .....
    nja ja!
  • Rolf  Hess , Münchenbuchsee
    Vom Regen in die Traufe. Viel Glück in der verdrehten Politik.
    • 23.08.2012
    • 35
    • 9
  • Hugo  Ehrismann
    Solche Typen passen zur SP - da findet er viele seinesgleichen.
  • jelle  quack , Zürich
    super Entscheidung. Gratuliere zum mutigen Schritt !
  • Florian  Rauscher
    Vielleicht hat er einfach gemerkt, das er nicht gut genug ist. Oder er war zu wenig ambitioniert. Jedenfalls hat er aber reichlich spät realisiert dass Fussballer nicht die hellsten sind und es nur um Status geht. Was studiert er wohl? Wirtschaft? Bestimmt will er Banker werden um bald einen dicken Schlitten fahren zu können.... Ansonsten erinnert mich das irgendwie al lior etter...
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