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Blick Herr Busacca, Sie haben YB beim 3:3 gegen Aarau mit zwei späten Elfmetern zwei Punkte geklaut. Haben Sie ein schlechtes Gewissen?
Massimo Busacca: Ich sehe das nicht so. Ich habe die Szenen im Internet nochmals angeschaut. Der erste Penalty beim Foul von Lüscher an Nushi ist für mich klar. Und beim zweiten Elfmeter lässt Portillo gegen Antic das Bein stehen. Es gab einen Kontakt.
Also waren die Entscheide richtig?
Nein, das habe ich nicht gesagt. Das sollen andere beurteilen. Ich bin nicht Gott und kann auch Fehler machen. Anhand der TV-Bilder ist es schwierig, zu sagen, ob Antic den Penalty gesucht hat oder ob Portillo ihn zu Fall gebracht hat. Es ist rückblickend wohl 50/50, ob es ein Foul war. Es gibt eben nicht immer nur Schwarz oder Weiss. Ich stand direkt daneben und musste sehr schnell entscheiden. Es ist schade, dass es keine Bilder aus der Position an der Seite gibt, wo ich mich befunden habe.
Können Sie den Ärger von YB verstehen?
Ja, natürlich. Ich habe nach dem Spiel mit Trainer Petkovic und Präsident Grimm gegessen und ihnen die Situationen erklärt. Es ist immer bitter für eine Mannschaft, wenn so spät zwei Penaltys gepfiffen werden. Soweit ich mich erinnern kann, war es am Sonntag das erste Mal, dass ich in einer Schlussphase zwei Penaltys gepfiffen habe. Aber für mich darf es keine Rolle spielen, was zuvor im Spiel passiert ist. Ich muss mutige Entscheidungen treffen können und wenn ich das nicht mehr kann, bleibe ich besser zu Hause.
Pfeifen Sie hier anders, als in der Champions League?
Natürlich nicht, das ist ja absurd. Es ist mir ehrlich gesagt scheissegal, wo ich pfeife und wer spielt. Ich lasse mich nicht beeinflussen, egal, welche Teams auf dem Platz stehen. In Barcelona habe ich in einem Halbfinal vor 100000 Fans auch schon nach zwei Minuten einen Penalty gegen Barça gepfiffen.
Also gehen Sie wieder zur Tagesordnung über?
Ja. Es muss weitergehen. Am Donnerstag pfeife ich bereits Liverpool gegen Lüttich.