Papi Yapi Dirigiert er YB zum Titel?

  • Publiziert: 03.10.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Martin Arn

Er ist der Kopf von Leader YB. Wenn es Gilles Yapi läuft, gewinnen die Berner.

Manchmal schaut Giovanni (7) beim YB-Training zu. «Papi ist der Beste», sagt der kleine Yapi, der selbst auch schon ganz gut mit dem Ball umgeht.
Sein Vater, Gilles Yapi Yapo (27), kam 2006 von Nantes zu den Young Boys. Die Ivorer bei YB, vier sind es inzwischen, nennen ihn «Le père Yapi».

Nach brillantem Einstand an der Seite von Hakan Yakin liefs zwischendurch nicht so gut. Eine verletzte Achillessehne. Ehestreit, bis die Polizei anrücken musste.

Grossartige Form

Doch jetzt lacht Yapi wieder. YB ist Tabellenführer, Yapi in grossartiger Form. Er wohnt mit seiner neuen Partnerin zusammen und ist gerade Vater geworden.

Auf den ersten Blick wirkt Yapi (1,71m/62kg) zerbrechlich. Aber er antizipiert so gut, dass er Zweikämpfe ohne Körperkontakt gewinnt. Wenn die anderen grätschen, überlegt er schon den nächsten Spielzug. Yapi ist das YB-Thermometer. Jeder Angriff läuft über ihn. Yapi kann das YB-Spiel schnell machen oder in die Breite ziehen, wenn die Stürmer eine Verschnaufpause brauchen.

Yapi spielt nicht so spektakulär wie sein Landsmann Seydou Doumbia, aber wenn es ihm nicht läuft, dann bekommt YB Probleme im Spielaufbau. So wie in Neuenburg oder beim Rückspiel in der Europa League gegen Bilbao. Doch bisher ist Verlass auf den 46-fachen Nationalspieler der Elfenbeinküste.

«Unser Land ist fussballverrückt»

Seine Nummer 10 verkauft sich gut im YB-Fanshop. Zu Hause in Abidjan ist er längst ein Star. «Unser Land ist fussballverrückt. Jeder Nationalspieler wird auf der Strasse sofort erkannt.»

Im hochkarätig besetzten Mittelfeld der ivorischen Nationalmannschaft hat er derzeit keinen Platz. «Klar», sagt Yapi, «darüber mache ich mir schon Gedanken».

Aber ihn interessiert die Gegenwart. «Ich glaube, ich habe grosse Chancen, dieses Jahr mit den Young Boys einen Titel zu gewinnen – oder zwei!» Am liebsten möchte er sich danach auf die Zunge beissen, wenn er so etwas sagt. Denn eigentlich liege ja «alles in Gottes Händen».

Tief religiös

Gilles Yapi ist tief religiös. Vor dem Elfmeterschiessen beim Cup-Halbfinal gegen Basel im letzten Frühling sank er auf die Knie und betete: «Ich hatte in diesem Moment einfach das Gefühl, zu Gott sprechen zu müssen.» Yapi versenkte den Penalty. Die Young Boys siegten.

Jetzt sammelt Yapi Geld, um die Gottesdienste aus Abidjan im Internet verbreiten zu können.
Er will eine Kirche bauen, eine Schule. «Ich will etwas zurückgeben. Ich hatte so viel Glück im Leben.»

Sohn Giovanni rennt noch immer dem Ball hinterher, auf dem Kunstrasen des Stade de Suisse. Die Profis sind längst geduscht. «Komm», sagt sein Vater, «wir müssen deinen Bruder abholen». Yapi, der Papi.

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