Jetzt im Video! Dieses Skandaltor kassierte der FCB

  • Publiziert: 21.04.2011, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Heiko Ostendorp und Bruno Hayoz

NEUCHÂTEL - Tomatenschiri Gremaud erwischt einen rabenschwarzen Tag. Beide Trainer reden nach dem Spiel Klartext!

Der Titelkampf wird immer enger! Der Vorsprung des FC Basel auf den FC Zürich beträgt nur noch ein Pünktchen. Und das, obwohl der Leader zum elften Mal in Folge nicht verliert.

Aber das 2:2 bei Xamax, das dritte Remis in Folge, ist für einen Titelanwärter einfach zu wenig. «Im Moment können wir es uns noch erlauben, Punkte liegen zu lassen. Aber im Endkampf müssen wir wieder da sein», hofft Thorsten Fink.

Der FCB-Coach fliegt zum ersten Mal in seiner Trainerkarriere auf die Tribüne. In der 54. Minute stürmt er nach einer Rangelei zwischen Almerares und Dragovic aufs Feld und sieht Rot. «Ich verstehe das nicht. Ich wollte doch nur schlichten, damit nicht noch mehr Hektik aufkommt», sagt der Deutsche.

Hektik ist fürwahr genug im Spiel. Und das liegt einzig und allein an Tomatenschiri Ludovic Gremaud, der erst sein sechstes Super-League-Match pfeift. Unfassbar, was er alles übersieht. Beim 1:0 von Stocker liegt er gleich dreimal daneben. Zuerst ist es kein Freistoss, dann stehen 4 (in Worten: vier!) Basler im Offside – wie beim letzten Pass von Streller auch Stocker.

Noch kurioser gehts vor dem Ausgleich zu: Linienrichter Brosi hebt die Fahne, alle Basler bleiben stehen, inklusive Goalie Costanzo, der sich abwendet. Doch Gremaud überstimmt seinen Assistenten. Und so kommt Niasse zum Gratis-Handkuss.

Fink tobt: «Der Ref hat seinem Assistenten gesagt, er soll still sein. Das sind Dinge, die nicht gehen. Das ist unverantwortlich. Hier geht es um Titel und Abstieg. Der Mann war nicht Super-League-tauglich.»

Auch Xamax-Coach Ollé-Nicolle spricht von einer «katastrophalen Leistung der Schiris». Fink wundert sich vor allem über die Ansetzung des unerfahrenen Refs: «Ich weiss nicht, was Urs Meier eigentlich macht. Ich habe ihn seit Saisonbeginn nicht mehr gesehen. Vielleicht sollten sich die Schiris noch öfter auf Gran Canaria fortbilden.» Finks Vorschlag: «Ich habe auch noch einen Verwandten, der pfeifen könnte …»

Fussball wird übrigens auch noch gespielt. Der frisch getraute Ehemann Alex Frei besorgt die FCB-Führung (20. Saisontor), der vermeintliche Treffer ins Siegesglück. Doch in der Nachspielzeit trifft Nuzzolo zum umjubelten 2:2. Immerhin ein würdiges Ende eines echten Skandal-Spiels!

Neuchâtel Xamax - Basel 2:2 (1:1)

Maladière. – 5450 Zuschauer. – SR Gremaud.

Tore: 24. Stocker (Streller) 0:1. 45. Niasse 1:1. 73. Frei (Stocker) 1:2. 92. Nuzzolo (Gelabert) 2:2

Neuchâtel Xamax: Ferro; Mveng, Gelabert, Page, Paito; Dampha (69. Nuzzolo), Binya; Ismaeel (84. Gohou), Niasse (84. Wüthrich), Tréand; Almerares.

Basel: Costanzo; Steinhöfer, Abraham, Dragovic, Safari; Tembo (62. Zoua), Yapi (68. Chipperfield), Huggel, Stocker; Streller, Frei (89. Granit Xhaka).

Bemerkungen: Xamax ohne Besle (gesperrt), Geiger (verletzt), Keller (krank), FCB ohne Shaqiri (verletzt). 69. Freistoss von Frei an die Latte. 54. Platzverweis gegen Fink (Reklamieren). Verwarnungen: 25. Gelabert (Reklamieren), 27. Ismaeel (Foul), 45. Streller (Reklamieren), 53. Binya (Foul).

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