Margairaz (FCZ), Doumbia (YB) und Chipperfield (FCB) Die Super-Joker

In wenigen Minuten zum Helden werden – darauf hofft jeder Joker. Jetzt können die «Supersubs» sogar das Titelrennen entscheiden.

  • Publiziert: 02.03.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Heiko Ostendorp und Alain Kunz

So ausgelassen hat man Christian Gross schon lange nicht mehr jubeln sehen. Als Scott Chipperfield in der Luzerner Allmend den Ball zum 2:1 über die Linie drückte, stürmte der FCB-Coach auf den Platz und sprang durch die Luft wie ein Teenager. Kein Wunder, denn dank des Last-Minute-Goals bleibt Basel Leader FCZ auf den Fersen.

Am Spielzug, der zum Siegtreffer führte, waren mit Marko Perovic, Fabian Frei und Torschütze Chipperfield alle drei FCB-Einwechselspieler beteiligt. Coach Gross bewies in Luzern einmal mehr ein goldenes Händchen – wie auch schon letzte Woche, als sein Joker Chipperfield gegen Zürich stach.

«Scott ist ein Vorbildfussballer. Er sitzt ohne zu klagen auf der Bank und ist sofort parat, wenn es darum geht», lobt Gross seinen australischen Edel-Reservisten. Sechs ganz wichtige Punkte bescherte Chippi damit dem FCB – und das, obwohl er in beiden Partien gerade mal 56 Minuten auf dem Platz stand.

YB-Doumbia ist der «König der Joker»

Das funktioniert nicht nur beim FCB, wo in der Hinrunde schon Eren Derdiyok vier Treffer als Joker erzielte, sondern sogar in Sion (drei Jokertreffer). In den bisher 20 Spielen des Jahres gab es insgesamt schon 12 Jokertore – eine bemerkenswerte Quote.

Der Leader in dieser Statistik ist die beste Rückrundenmannschaft: YB. Schon viermal schlugen Doumbia & Co. von der Bank aus zu. Trainer Vladimir Petkovic: «Es braucht diese Typen. Die klassischen Joker, die reinkommen und ein Spiel entscheiden. Und wenn das geschieht, senden sie damit positive Signale aus. Auch für mich. Einerseits spüre ich dann, dass ich mit der Aufstellung recht hatte. Andererseits zeugt das von einer profihaften Einstellung. Meine Joker akzeptieren ihre Rolle derzeit.»

Beim FCZ gingen die Joker 2009 noch leer aus, dafür treffen Hassli und Abdi in alter Regelmässigkeit. Und Xavier Margairaz hätte nach seiner Einwechslung gegen Vaduz durchaus schon ein Tor machen können. Im Titelrennen hofft der FCZ auf seine Joker-Treffer.

Denn es ist gut möglich, dass die Super League in dieser Saison von den «Supersubs» entschieden wird.

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play Der Moment der Wahrheit: Wenn die Rückennummer erscheint, laufen die Joker heiss. (Keystone)

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