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Es ist die Frage der Woche, die nicht nur Fussball-Fans und BLICK-Leser spaltet, sondern auch die BLICK-Redaktion. Die einen sehen in Sforzas Intervention einen «souveränen Check», die anderen eine tumbe Tätlichkeit.
Lassen wir die Sematik, halten wir uns an die Tatsachen. Die Teleclub-Bilder zeigen, wie Sforza ausserhalb der Coaching-Zone nach dem Ball tritt. Ebenso Doumbia; dieser aber kommt mit gestrecktem Bein herangebraust. Doumbia trifft Sforzas Fuss, worauf Sforza das Bein hebt. Zur Verteidigung, sagt Sforza. Sein Blick, seine Körpersprache lassen auch andere Interpretationen zu.
Wie auch immer: Pinkeln wollte er nicht. Und: Sforzas Intervention ist ein Novum im hiesigen Fussball.
Es wird interessant sein, zu beobachten, ob und wie GC, dieser so genannte Vorzeigeklub der Schweiz, den Fall Sforza intern behandelt. Darüber hinaus beleuchtet er grell Grundsätzliches: die Rolle der Trainer im Fussball.
Längst haben sie die Trainerhosen ausgezogen. Stattdessen tragen sie Designer-Klamotten und Krawatten. Sie sind honorige Fussball-Lehrer, aber mehr noch Aushängeschilder – ihrer Vereine und der Sportart Fussball. Unvorstellbar, dass Ottmar Hitzfeld je so eingreifen würde wie Sforza.
Fifa-Boss Sepp Blatter will Argentiniens Coach Maradona für obszöne Auftritte zur Rechenschaft ziehen. Swiss Football League bestraft übertrie-ben jubelnde Spieler, ebenso Schiedsrichter und Kicker, die den Stinkefinger zeigen.
Ausserdem stehen verbale Entgleisungen von Trainern auf dem Index, Marco Schällibaum sei Dank. Und: Unsere Gesellschaft verlangt harte Strafen gegen Fussball-Hooligans.
Ob Fussballer als Vorbilder taugen, sei dahingestellt. Sicher ist, dass eine Gesellschaft, die an Gewalt, Rücksichtslosigkeit und Verrohung auseinanderzubrechen droht, positive Leitbilder braucht. In der Politik, in der Wirtschaft und im Sport.
Trainer sind kraft ihrer Funktion Leitfiguren. Daher muss der SFV jetzt ein Zeichen setzen. Dies bedeutet nach Lage der Dinge: Swiss Football hat den Fall Sforza prioritär anzupacken – und den GC-Trainer angemessen zu sanktionieren.
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Ernst Kindhauser – Stv. Sportchef BLICK.