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Kein Tor in Sicht SoBli-Reporter Michael Wegmann auf dem Horror-Platz 15, Reihe 22, Sektor A5.- Kathi Bettels
Die 31 Stahlrohre rund ums Stadion machens möglich: Der Letzigrund öffnet heute wieder seine Tore. Die Krücken dienen zur Absicherung, Anfang Februar wurde bei einer Routine-Kontrolle ein Riss im Dach entdeckt.
Doch welche Auswirkungen haben die Stahl-Pfeiler auf die Zuschauer? SonntagsBlick sitzt schon mal Probe! Und weiss: Wer direkt hinter einem der Stahlrohre sitzt, bleibt lieber zu Hause, denn er sieht keinen Ball.
Der Halskehre-Platz
Auf einigen Plätzen ist der Blick auf ein Tor oder den Strafraum aber auch versperrt. Ganz übel triffts den Karteninhaber mit Sitznummer 15 in der 22. Reihe im Sektor A5. Sein Stuhl ist ein richtiger «Halskehre-Stuhl». Denn gleich zwei Sicherheitsstützen verbauen dem Pechvogel die Sicht. Sie stehen vom Winkel her so ungünstig, dass sie gleich beide Tore verdecken. Eine Halskehre oder Gliederschmerzen sind wegen den zahlreichen Verrenkungen wohl Programm.
Die Mehrheit der Zuschauer kann aber beruhigt in den Letzigrund kommen, denn^die Sicht aufs Spielfeld ist auf vielen Plätzen nur leicht eingeschränkt.
«Bitte um Fairness»
FCZ-Präsident Ancillo Canepa sitzt unter der Woche auch mal Probe, entschuldigt sich danach für die Sichteinschränkungen. Der FCZ-Boss bittet die Zuschauer via «FCZ-TV» um Verständnis. «Ich bitte darum, dass sich die Fans auch uns gegenüber fair verhalten, denn wir haben das ganze Schlamassel ja nicht verursacht.»
Zum Glück heisst der Gegner heute Luzern und nicht Milan, die Liga Super League und nicht mehr Champions League. Es hat deshalb genügend freie Plätze zum Ausweichen. Canepa: «Unser Vorteil ist, dass der Letzigrund leider fast nie voll ist, so können sich die Zuschauer auf den schlechten Plätzen anderswo hinsetzen.»
In den nächsten Tagen will sich der FCZ mit der Stadt Zürich als Vermieterin zusammensetzen und prüfen, wie man die Saisonkartenbesitzer mit Sichtproblemen entschädigen kann. Canepa verspricht: «Wir werden eine faire Lösung finden.»
31 mal Ärger im Stadion Die 31 Stahlpfeiler zwingen die Zuschauer zu einer Art von Teleboy-Turnen.- Kathi Bettels