Constantin bereits im Traineramt

  • Publiziert: 04.11.2008, Aktualisiert: 03.01.2012
play Christian Constantin macht Ernst. Gemeinsam mit Jean-Claude Richard beobachtet der Neo-Trainer sein Spielermaterial. (Keystone)

SION - Christian Constantin meint es ernst. Der Sion-Präsident/ -Trainer absolvierte bereits eine erste Trainingseinheit mit seinem Team.

Constantin wird dem FC Sion nach eigener Aussage bis zur Winterpause als Chefcoach mit besonderen Aufgaben vorstehen. Die Trainings werden nicht vom exzentrischen Architekten, sondern von dessen Statthaltern Jean- Claude Richard und José Sinval geleitet. Constantin sieht sich für die taktischen und technischen Belangen verantwortlich. Nur: Die nötigen Diplome, einen Super-League-Verein zu trainieren, besitzt der Sittener Präsident gar nicht.

Sperre kommt erschwerend hinzu

Zudem ist er vom Verbandssportgericht des Schweizerischen Fussballverbands im September wegen eines Vorfalls vom Dezember 2004 mit einer viermonatigen Platzsperre belegt worden. Constantin darf sich während der Partien nicht auf dem Terrain und im Kabinengang aufhalten, die Garderobe kann er dagegen betreten.

Deshalb hat er die Aufgaben intern wohlweislich verteilt: Die Übungseinheiten leitet seit Montagmorgen das Duo Richard/Sinval, die Trainingspläne stellt Christian Zermatten zusammen und auf der Bank wird während Spieltagen der sportliche Direktor Freddy Chassot Platz nehmen.

Stielike freiwillig(?) zurückgetreten

Der bisherige Trainer, der Deutsche Uli Stielike, wollte sich gemäss Constantin nicht für das neue Projekt einspannen lassen und ist nach fünf Monaten «freiwillig von seinem Amt zurückgetreten».

Es ist davon auszugehen, dass sich die beiden Parteien vor Gericht wiedersehen werden. Der einstige Schweizer Nationalcoach Stielike hatte auf Wunsch von Constantin im Mai einen Dreijahresvertrag unterschrieben.

«Ich habe Stielike während 150 Tagen ruhig arbeiten lassen», rechtfertigte Constantin den 18. neuen Trainer in seiner etwas mehr als fünf Jahre dauernden zweiten Amtszeit als Präsident. «In den letzten sieben Partien holten wir nur noch vier Punkte, in Bern und Basel wiesen wir in zwei Auswärtsspielen ein Torverhältnis von 0:8 auf. Es wurde Zeit, dass ich eine reelle Analyse der Situation betreibe», so der allmächtige Constantin.

Polster auf Barrage soll her

Constantin wird gleich Gelegenheit haben sich als Trainer zu beweisen. In den fünf Partien bis zur Winterpause spielt Sion gegen die Tabellennachbarn Bellinzona, Vaduz, Luzern und Xamax. Ausserdem geben die Walliser ein Gastspiel beim FC Zürich.

Constantins Zielsetzung bis zur Winterpause ist klar. «Wir wollen uns in den fünf verbleibenden Meisterschaftsspielen ein Polster auf den Barrageplatz erarbeiten und natürlich im Cup eine Runde weiterkommen.»

«Keine Lust auf Trainings»

Constantin betrachtet sich als Retter in der Not. «Ich habe keine Lust auf Trainings. Ich muss meine Rolle als Patron ausfüllen und die richtigen Worte finden, damit die Gruppe wieder vorwärts kommt.» (Si/sme)

Die Trainer des FC Sion seit dem Wiederaufstieg in die Super League

Seit 3. November: Christian Constantin

31. Mai – 3. November: Uli Stielike

25. März – 30. Mai: Alberto Bigon

17. Dezember 07 – 25. März 08: Charly Rössli/Maurizio Jacobacci

19. Februar – 13. Dezember: Alberto Bigon

21. November 06 – 19. Februar 07: Gabet Chapuisat

6. Oktober – 21. November: Marco Schällibaum

4. Oktober: Christophe Moulin (Interimscoach)

28. Mai – 2. Oktober 06: Nestor Clausen

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