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Nur Leute mit hervorragendem Gedächtnis können sich an den letzten Einsatz von Yassine Chikhaoui mit dem FCZ erinnern. Es war am 2. März 2008 beim 1:0 gegen GC.
Dann wurde der Tunesier (22), der schon nach wenigen Monaten in der Super League vor dem Wechsel in eine grosse Liga stand, von hartnäckigen Kniebeschwerden gebremst. Es folgten ein komplizierter Eingriff an der Patellasehne und eine endlos scheinende Rehabilitationsphase. Mittlerweile ist Chikhaoui wieder ins Mannschaftstraining integriert – und wer ihm im Vorbereitungscamp in Oliva Nova auf die Füsse schaut, glaubt Ansätze jener Klasse zu sehen, die im Herbst 2007 der halben Fussballwelt den Kopf verdrehte.
Doch der Schein trügt. Kurzfristig steht ein Comeback nicht zur Debatte. FCZ-Sportchef Fredy Bickel schätzt, dass sich der Tunesier erst bei «80 Prozent seines Leistungsvermögens» befindet. «Nach jedem Training sammelt sich Wasser im Knie. Ausserdem ist das Gewebe noch nicht stabil genug», so Bickel.
Der Spieler selbst sagt: «Ich werde erst wieder antreten, wenn ich der Mannschaft etwas nützen kann. Wann das sein wird, kann ich nicht sagen.» Dann fügt Chikhaoui mit leicht resignieretem Unterton etwas an, das die Ohnmacht über seine Situation perfekt spiegelt: «Vielleicht dauert es ja noch zwei Jahre.»
Vorderhand verhindern auch versicherungstechnische Zwänge ein Comeback. Die Ärzte der deutschen Spezialklinik in Donaustauf, in der sich Chikhaoui auf Drängen seines Beraters Carlos Fleischmann operieren und behandeln liess, haben den Tunesier zu Beginn des Jahres noch für sechs Wochen krankgeschrieben. Beim FCZ will man die Diagnose nicht akzeptieren. «Es gibt keinen Grund, weshalb sich Yassine nicht in der Schweiz untersuchen lässt», so Fredy Bickel. Nach der Rückkehr aus dem Trainingslager wird FCZ-Arzt José Romero einen medizinischen Check vornehmen.
Chikhaouis Probleme haben längst eine mentale Dimension angenommen. Bickel: «Yassine ist völlig frustriert. Wenn er nicht bald wieder spielen kann, haben wir ein grosses Problem». Chikhaoui, der als praktizierender Muslim fünfmal pro Tag in Richtung Mekka betet, setzt auch auf göttliche Unterstützung: «Wenn ich meinen Glauben nicht hätte, würde ich das nicht durchhalten.» Bleibt zu hoffen, dass wenigstens Allah weiss, wann Chikhaoui wieder wettkampfmässig Fussballspielen kann.
Sorgen. Wann wird Chikhaoui wieder einen Ernstkampf bestreiten können?- Toto Marti