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«Es gibt diese Phasen, in denen einfach alles misslingt», sagt Canepa und nimmt seinen Trainer in Schutz – wie stets in den letzten Wochen. «Challandes leistet gute Arbeit, er hat unser Vertrauen.»
Allerdings: In den letzten elf Pflichtspielen holte der Favre-Nachfolger einen einzigen Sieg. Am 1. Dezember begann mit einer 0:1-Heimpleite gegen Aarau das, was Canepa als «die Seuche» bezeichnet und wofür er nicht nur den Trainer verantwortlich machen will: «Wir gewinnen als Team. Wir verlieren als Team. Und wir versuchen, als Team aus dieser Negativspirale herauszufinden.»
Doch ist Bernard Challandes, für viele FCZ-Fans der Buhmann, dazu der richtige Mann? Oder entpuppt er sich am Sonntag mit der zweiten Derby-Pleite in Folge definitiv als Fehlgriff?
Es ist nicht so, dass der Liebhaber russischer Literatur als Klubtrainer nie erfolgreich war. Er stieg mit Le Locle von der 2. Liga in die NLB auf und mit Yverdon in die NLA. Nur liegen diese Erfolgsmeldungen 15 und mehr Jahre zurück.
Nach offizieller Lesart hatte der FCZ Challandes im Sommer nicht verpflichtet, um sofort an die Erfolge von Lucien Favre anzuknüpfen. Challandes wurde als Ausbildner geholt, der die nach wie vor gültige mittelfristige Strategie (Ausbildung junger ausländischer und Schweizer Spieler) sichern soll. Der frühere Trainer diverser Junioren-Nationalmannschaften schien exakt der richtige Mann für den Job.
Nur machten Ancillo Canepa, sein Vize René Strittmatter und Sportchef Fredy Bickel einen Denkfehler: Challandes war zwar ein verdienter Verbandsfunktionär, coachte erfolgreich diverse U-Mannschaften und erfüllte zugleich Koordinationsaufgaben.
Aber: Er sass viel am Schreibtisch, oft auf Tribünen in der Super und Challenge League. Auf dem Platz aber stand er selten. Ein Auswahltrainer ist nur wenige Tage im Jahr mit der Mannschaft unterwegs.
Beispielsweise die aktuelle U21: Im ersten Halbjahr 2008 steht ein EM-Qualifikationsspiel in Mazedonien auf dem Tätigkeitsplan sowie ein dreitägiges Trainingslager. Mit anderen Worten: Die Ausbildung passiert im Klub.
Und was sagt Challandes? Der FCZ-Trainer war gestern kurz angebunden: «Ich möchte nicht sprechen.»
Beim FCZ hat Challandes einen Vertrag bis 2010. Sein Chef Canepa sieht keinen Grund, darüber zu diskutieren: «Es braucht jetzt einen Befreiungsschlag. Den kann man nicht herbeizaubern.»
P.S.: Von einem Befreiungsschlag sprach Canepa schon vor zwei Wochen vor dem damaligen Spitzenkampf gegen Basel. Seither holte der FCZ einen von sechs möglichen Punkten.