«CC» trickst alle aus

  • Aktualisiert am 25.11.2008
  • Von Alain Kunz

Am grünen Tisch ist Sion-Boss Christian Constantin unschlagbar. Er hat den SVF einmal mehr in die Knie gezwungen

Okay. Der Fax des Fussballverbandes war ja auch reichlich dilettantisch und begann mit den Worten: «Wir haben erfahren...». Das Schreiben vom 6. November war die Folge einer Information aus den Medien. «Das machen wir immer so. Und eigentlich funktioniert es auch», sagte Yves Débonnaire, der Chef Ausbildung beim SFV, zur voreiligen Vorgehensweise in Muri BE.

Stielike bleibt krankgeschrieben

Die Folge war: Der Verband setzte CC die (übliche) Frist von 20 Tagen, um einen neuen Trainer zu präsentieren. Aber der SFV hatte die Rechnung ohne Constantins Schlitzohrigkeit gemacht. Denn der Anwalt des seiner Funktion enthobenen Uli Stielike hatte den Deutschen unterdessen krankschreiben lassen.

Ein Umstand, der CC höchst gelegen kam. Denn nun hatte er ihn gefunden, seinen Papiertiger, der für die mittlerweile eingesetzte Trainer-Armada als Lizenzgeber dient. Denn in dieser verfügt keiner über die nötige Uefa-Pro-Lizenz: Nicht CC selbst, nicht Boubou Richard, nicht Fredy Chassot, nicht José Sinval und auch nicht Christian Zermatten. Immerhin fehlt Letzterem nur noch eine Prüfung und ein Stage für das höchste Trainerpapier.

Doch solange Stielike krankgeschrieben ist, spätestens bis Mitte Dezember, braucht das CC nicht zu kümmern. Und dann wäre die Vorrunde zu Ende.

Sion wehrt sich

Die kleinlaute Antwort des SFV auf die Intervention des FC Sion liegt BLICK vor: «Aufgrund ihres Fax vom 12. November nehmen wir Kenntnis davon, dass der derzeit krankgeschriebene Herr Uli Stielike Trainer des FC Sion bleibt. Deshalb ist unser Schreiben vom 6. gegenstandslos. Wir bitten Sie, uns über die vorübergehenden Massnahmen zu informieren, um die Absenz von Herrn Stielike zu überbrücken.»

Welch ein Kniefall!

Und das Verrückteste: Solange Stielike krankgeschrieben ist, kann der Verband nichts machen. Hilflos muss er der Provinzposse im Wallis zuschauen. Posse deshalb, weil selbst Stielike davon ausgegangen war, entlassen worden zu sein. Bis er seinen Anwalt konsultierte.

Und wie gehts Ende Vorrunde weiter? «Keine Ahnung», sagt CC. «Sicher ist: Den Trainer Constantin werde ich dann entlassen. Schauen wir mal, wie es Uli geht.» Bei CC ist nicht einmal eine Rückkehr des Deutschen auf die Trainerbank ausgeschlossen. Nur würde sich dann nach dem SFV auch der Europameister von 1980 zum Clown machen.

Constantin wird zukünftig weiter als «Trainer-Präsident» aus dem Mannschaftscar steigen.- Keystone

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