Canepa: Die sind «nicht therapierbar»

  • Aktualisiert am 13.01.2012

ZÜRICH – Nach den Ausschreitungen während des Matchs zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich ist für FCZ-Präsident Ancillo Canepa «die Zeit des Redens vorbei». Er erwägt Stadionverbote.

Die Vorkommnisse in Basel müssten allerdings erst eingehend analysiert werden, sagte Canepa heute. Mit ihnen werde sich auch der Verwaltungsrat an einer ausserordentlichen Sitzung vom Montag beschäftigen. Für Resultate sei es jedoch noch zu früh.

Die Analyse der Ereignisse dürfte Canepas Einschätzung nach noch einige Zeit in Anspruch nehmen. In die Auswertung einbezogen würden auch die Polizei, die Behörden und die Fangruppierungen.

«Nicht therapierbar»

Canepa betonte, dass der FCZ viel Zeit und Geld in die Sicherheit und die Fanarbeit investiere. Neben den «Südkurven»-Fans existieren vier weitere offizielle Fanclubs. «Mit 99 Prozent der Fans ist eine konstruktive Zusammenarbeit möglich», sagte der FCZ-Präsident.

Mit radikalisierten Randgruppen wie etwa «K 4» sei jedoch kein Dialog möglich. Verschiedene Medien orten die Brandschatzer von Basel in diesem Kreis. Canepa konnte dies nicht bestätigen, schliesst es jedoch nicht aus. Die Gruppe schätzt er auf etwa 50 Leute, «die nicht therapierbar sind». Ihr sollen vorwiegend Secondos aus dem Zürcher Stadtkreis 4 angehören.

Nach Ansicht Canepas manifestiert sich bei solch gewaltbereiten Leuten ein gesamtgesellschaftliches Problem, «das nichts mit Fussball zu tun hat». Deshalb seien bei der Problemlösung auch Polizei, Behörden und Politik gefordert. (SDA/gux)

Ermittlungen wegen «Gefährdung des Lebens»

Die Basler Staatsanwaltschaft hat nach den üblen Vorfällen vom Freitag ein Strafverfahren gegen Unbekannt wegen Gefährdung des Lebens eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft will die Täterschaft aus dem FCZ-Fanblock mit Szenenkennern der Zürcher Polizei ausfindig machen, sagte Mediensprecher Markus Melzl heute. Im Weiteren werden Videoaufnahmen und Fernsehbilder ausgewertet. Zudem sollen Matchbesucher ihre Bildaufnahmen zur Verfügung stellen. Laut Melzl wird die Auswertung des Bildmaterials mehrere Wochen beanspruchen. Sieben Personen, die vor und nach dem Match an Ausschreitungen teilnahmen, müssen mit einem Verfahren wegen Landfriedensbruch, Gewalt gegen Beamte, Körperverletzung und Sachbeschädigungen rechnen. Diesen Personen seien mehrheitlich in der Region Basel wohnhaft, sagte Melzl. (SDA)

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