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BSDS-Jury (v.l.n.r): Bernhard Heusler, Gigi Oeri und Ruedi Zbinden. (Illustration: BLICK)
Ob die Sprüche der «TFK» (Trainerfindungs-Kommission) beim FC Basel genauso deftig ausfallen, wie bei Dieter Bohlen und «Deutschland sucht den Superstar» darf bezweifelt werden. Oder können Sie sich vorstellen, dass Gigi Oeri zu Lothar Matthäus sagt: «Du hast Persönlichkeit wie eine Bockwurst.» Oder Bernhard Heusler beim Bewerbungsgespräch mit Ciriaco Sforza ausruft: «Du hast nichts drauf – ausser vielleicht Zahnbelag.»
Dennoch kann man das Prozedere der FCB-Suche nach dem Thronfolger für den scheidenden Christian Gross durchaus mit dem der deutschen Casting-Show vergleichen. Nur sitzen in der Jury des FC Basel nicht Bohlen & Co., sondern Oeri, Heusler und Chefscout Ruedi Zbinden. Die Anzahl der Bewerber ist zwar nicht ganz so gross wie bei der Musik-Show (zuletzt 32 000), aber dennoch ist die Auswahl an potenziellen Kandidaten riesig.
Im Stundentakt laufen Bewerbungen von Beratern, Mittelsmännern und Möchtegern-Coaches bei den verschiedenen FCB-Exponenten ein. Darunter Namen von Trainern, die man nicht mal mehr mit dem Profi-Fussball in Verbindung bringt. Aber auch von Weltstars, deren Engagement beim FCB so wahrscheinlich ist, wie ein Auftritt von Robbie Williams bei DSDS. Ob diese Vermittler die Trainer, die sie anbieten, überhaupt kennen? Eher nicht.
Ausserdem schränkt «Juror» Heusler die Auswahlmöglichkeiten ein: «Unsere wirtschaftlichen Möglichkeiten schliessen gewisse Optionen aus. Wir können und werden sicher keinen Welttrainer holen, der 20 neue Spieler mitbringen will.»
Basel sucht den Superstar! Natürlich sind die stimmlichen Qualitäten des neuen Trainers dabei völlig egal. Stattdessen hat sich die FCB-Jury auf ein anderes Anforderungsprofil festgelegt: Er soll für modernen Fussball stehen, Talente entdecken und integrieren können, eine Siegermentalität mitbringen. Ausserdem muss er genügend Erfahrung haben – und soll seinem Vorgänger Gross nicht zu ähnlich sein.
Welche Qualitäten der Neue allerdings vom langjährigen FCB-Trainer übernehmen «darf», sind der akribische Einsatz rund um die Uhr – und die Autorität, die Gross ausstrahlte.
In den nächsten Tagen wird die Jury die ersten Kandidaten unter die Lupe nehmen. Heusler: «Wir wollen vorwärts machen. Dann kann alles ganz schnell gehen.» Wie bei DSDS haben auch die BSDS-Juroren je ihren eigenen Favoriten. Momentan scheint Ciriaco Sforza die Nase vorn zu haben. Dessen Name ist auch in der Mannschaft schon diskutiert worden – die Meinungen sind grösstenteils positiv.
Dass am Ende aber nicht immer der Favorit übrig bleibt, hat sich auch schon bei «Deutschland sucht den Superstar» gezeigt.