BLICK zur Trainerentlassung in Lugano Das ist stillos, Herr Renzetti

Mitten in den Weihnachtsferien gibt Renzetti seinem Trainer telefonisch den Schuh. Weniger Stil geht nicht. Ein Kommentar von Michael Wegmann, stellvertretender BLICK-Fussball-Chef.

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2 YB 18 42:24 35
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4 Luzern 18 36:33 29
5 GC 18 26:32 22
6 St. Gallen 18 20:27 21
7 Lausanne 18 30:34 18
8 Lugano 18 23:35 18
9 Thun 18 23:34 16
10 Vaduz 18 21:43 16
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Michael Wegmann, stellvertretender BLICK-Fussball-Chef.

Nicht er sei es, der den Trainer entlasse, pflegt der Walliser Trainerfresser Christian Constantin zu sagen, «der Totomat tut es.» Am Montag wird im Tessin Lugano-Coach Andrea Manzo entlassen. Ist der Italiener nach zuletzt 10 sieglosen Spielen in Serie ein Opfer des Totomats?

Nein! Lugano überwintert mit 18 Punkten auf Platz 8. Auf demselben Platz und nur mit einen Punkt weniger als unter Trainer-Guru Zdeněk Zeman vor einem Jahr.

Manzo musste zudem im Vergleich zu seinem Vorgänger unter erschwerten Bedingungen arbeiten. Die besten Skorer der letzten Saison standen ihm gar nicht zur Verfügung. Culina (10 Tore) ist verletzt. Bottani (9) ist bei Wil. Und seit Ende Oktober fehlt mit Sabbatini auch noch der Chef im Mittelfeld. Und er musste krasse Fehlentscheide verdauen. Wie Anfang November beim 2:3 gegen St. Gallen, als Schiri Klossner einen Penalty für die Tessiner übersieht, auf der Gegenseite einen erfindet.

Hat sich also das Schicksal gegen Manzo verschworen? Nein, hat es nicht. Es war Angelo Renzetti. Der Lugano-Präsident neigt dazu, seine Angestellten öffentlich und teils auch stillos zu kritisieren. «Tosetti ist stark – vom Gürtel abwärts!», sagte er letzte Saison über einen seiner Spieler.

Über Trainer Manzo sagte Renzetti letzten Samstag: «Es fehlt ihm an Persönlichkeit, Autorität und Erfahrung auf dieser Ebene.» Da fragt man sich, warum er Nachwuchstrainer Manzo im Sommer überhaupt verpflichtet hat.

Vor den letzten beiden Spielen vor der Winterpause setzte er dem Trainer ein Ultimatum: Verliert sie Manzo, fliegt er! Die Spieler stehen geschlossen hinter dem Trainer, kämpfen für ihn. Auch bei den Fans ist der aufgeschlossene Italiener beliebt. Manzos Endspiele enden unentschieden.

Geflogen ist Manzo nun trotzdem! Nicht etwa nach dem letzten Spiel, sondern erst acht Tage später, fünf Tage vor Heiligabend. Mitten in den Weihnachtsferien gibt Renzetti seinem Trainer telefonisch den Schuh. Weniger Stil geht nicht.

Publiziert am 20.12.2016 | Aktualisiert am 20.12.2016

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5 Kommentare
  • Peter  Keller aus Solothurn
    20.12.2016
    Stillos ??
    Das ist doch etwas ganz anderes. zB. wenn man in Bern vom Meistertitel spricht und dan Ende Saison wieder gegen den Abstieg spielt. Oder, wenn ein moechtegern Weltstadt-Verein ploetzlich in der Nati-B verschwindet.
    Stilvoll dagegen ist seit Jahrzehnten einzig und allein der fantastisch auftrumpfende FC Basel 1893. Danke Frau Oeri, Super UF und Bravo FCB-Fans.
    • Hans  Blattmann 20.12.2016
      Meine ich das nur, oder sind viele Solothurner FCB Mitläufer? Wie wärs mal mit FC Solothurn oder FC Grenchen rauffänen? Ah nein, dazu brauchts Charakter.
  • Lorenzo  Ciliberto aus Zürich
    20.12.2016
    Fussballer sind in aller Regel nicht die hellsten. Und Ex-Fussballer auch nicht. Sie sollten mit dem Ball etwas machen und das Geschäft denen überlassen, die so etwas können. Lugano wird absteigen.
    • Marco  Goby 20.12.2016
      Glaube nicht, dass wir zum aktuellen Zeitpunkt schon wissen, wen schlussendlich am Ende der Saison das Fallbeil trifft!
      Der Trainerwechsel könnte im Tessin neue Kräfte festsetzen. Wenn Sie die aktuelle Tabelle anschauen, kann es von Platz 5-10 noch jeden treffen! Im Extremfall kann es sogar dazu kommen, dass der eine Zürcher Verein den anderen ablöst!
      Also seien Sie noch vorsichtig mit Prognosen...!!!
  • Ferenc  Kovacs aus Minusio
    20.12.2016
    Renzetti ist nur ein ex-Fussballer, der meistens die Bank drückte. Leider hat er auch als Präsident wenig Ahnung von Fussball, deshalb wünsche ich ihm, dass seine Mannschaft absteigt.