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Nati-Doc Cuno Wetzel: «Man kann bei solchen Minustem-peraturen Spitzenfussball spielen.»
Brrrrrr! Europa bibbert. Allein in der Ukraine gibts schon 63 Kältetote, 900 Personen mussten wegen Erfrierungen ins Spital. Polen meldet 29 Erfrierungstote. Nun hat die sibirische Kältewelle auch die Schweiz erfasst.
Übers Wochenende werden die Temperaturen auch im Mittelland tagsüber im zweistelligen Minus-Bereich liegen. Wer geht da schon freiwillig nach draussen? Einige müssen – Fussball-Profis und ihre Fans zum Beispiel.
Obwohl erste Stimmen laut werden, die eine Verschiebung fordern. GC-Trainer Ciri Sforza: «Wir spielten mit Bayern mal bei minus 15 Grad in der Champions League – da tat einem das Atmen echt weh. Es geht doch primär um die Gesundheit. Und denkt auch jemand an die Zuschauer?»
Die Gewerkschaft der italienischen Profi-Fussballer, AIC, forderte gestern ein Verbot für Abendspiele im Winter. Die Verletzungsgefahr sei zu gross. In der türkischen Süper Lig fielen zwei Spiele ins Wasser beziehungsweise in den Schnee.
Wie kalt muss es werden, damit bei uns ein Spiel abgesagt wird? «Es gibt keine besondere Weisung betreffend Kälte», sagt Philippe Guggisberg, Sprecher der Swiss Football League, zu BLICK. Zieht man nicht in Betracht, die kommende Runde wegen der sibirischen Kälte zu verschieben? «Nein», sagt Guggisberg.
Der Startschuss fällt morgen also bei Luzern vs. FC Zürich. Wetten, dass am Fusse des Pilatus sogar der Winter friert?
Winter, Vorname: Adrian, spielt beim FCL. Für den BLICK-Fotografen schmeisst er sich schon mal in Vollmontur. Denn die Kälte liegt ihm nicht: «Ich finde die Wortspiele mit meinem Namen witzig, aber bei heissem Wetter macht Fussball einfach viel mehr Spass.»
Was sagen Mediziner zu Fussball bei zweistelligen Minustemperaturen? Cuno Wetzel, Arzt der Fussball-Nati: «Es wäre sicher auch für die Zuschauer besser, bei frühlingshaften Temperaturen zu spielen. Aber man kann bei solchen Minustemperaturen Spitzenfussball spielen.»
Dr. Wetzel aber warnt auch und gibt Tipps: «Die Spieler müssen sich besser aufwärmen. Sie müssen entsprechende Kleidung tragen, damit der Schweiss nicht gefriert. Und sie müssen genügend warme Flüssigkeit zu sich nehmen. Besonders gefährdet sind bei diesen Temperaturen die Torhüter.»
Mit welchen Textilien können sich die Spieler schützen? Die trendigen Schals sind von der Fifa verboten worden – zu gefährlich. Strumpfhosen und Rollkragen-Pullover sind erlaubt, müssen aber dieselbe Farbe wie die Spielkleidung aufweisen. Auch Handschuhe dürfen getragen werden.
Und wie stehts mit den Kopf-Parisern, wie sie im Militär üblich sind? Gibts im Stadion auch für Spieler ein Vermummungsverbot? Guggisberg sieht bei Gesichtsmützen kein Problem, falls keine Gefährdung des Gegners vorliege. «Abschliessend entscheidet der Schiedsrichter.»
«Der Körper ist nicht das Problem», findet Basels Routinier Beni Huggel (34), «das Problem sind die Füsse. Man kann ja nicht drei Paar Socken anziehen.» Brrrr!
Die Young Boys wollen mit einer Sonderaktion trotz Temperaturen unter dem Gefrierpunkt den Rückrundenstart gegen Servette (Sonntag ab 16.00 Uhr im Live-Ticker von Blick.ch) zu einem angenehmen Erlebnis machen.
Beim ersten Spiel auf dem neuen Naturrasen erhält jeder Fan einen Gutschein für einen warmen Tee. Zudem werden 12‘000 Wolldecken zu Verfügung gestellt und für die Kinder gibt’s über 2000 Wärmepads, damit die kleinen Hände nicht frieren.
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