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Es gibt nur eine Antwort auf die Attacken der Chaoten: Dem angegriffenen FCB-Trainer Christian Gross unsere uneingeschränkte Solidarität auszudrücken. Es gibt Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Bricht der Damm, werden alle überflutet, nicht bloss jene, deren Haus bei der Bruchstelle liegt.
Als ich in Rom lebte, habe ich erfahren, wozu Chaoten fähig sind. Die Szenen beim Stadio Olimpico erinnerten mich an Kriegsschauplätze. Und nicht bloss, weil die Sicherheitskräfte beim Stadion dieselben waren, die in Pristina kurz nach dem Kosovo-Konflikt Dienst taten. «In Pristina war es weniger gefährlich», sagte mir ein befreundeter Carabinieri-Offizier nach einem Derby lakonisch.
Schon klar, Krieg ist eine andere Sache. Dennoch sollten wir den Vorfall vom letzten Sonntag nicht als Bagatelle hinnehmen, so wie es Christian Gross souverän tut. Er hält den Ball – anders als auf dem Spielfeld – flach, möchte nicht dramatisieren. Das spricht für ihn; er zeigt Grösse, Reife, Verantwortungsgefühl. Kein Öl ins Feuer giessen.
Es liegt an uns, Massnahmen einzufordern, damit der Damm nicht birst. Es darf kein Pardon geben gegenüber Chaoten; sie haben nichts zu tun mit dem Begriff Fan, geschweige denn mit Fankultur!
Gross ist nicht ins Tram gestiegen, weil er naiv ist. Die Frage, ob er hätte wissen müssen, dass es ein Risiko ist, ein öffentliches Verkehrsmittel zu benützen, ist unwesentlich. Wesentlich ist, dass er bisher davon ausgehen durfte, dies tun zu können.
Der Angriff auf Gross ist ein Angriff auf uns alle. Verzichten wir darauf, den öffentlichen Raum zu verteidigen, ob im Tram oder sonstwo, werden wir das entscheidende Spiel verlieren. Gemeint ist nicht die Meisterschaft.
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Walter De Gregorio – BLICK-Sportchef