Tagebuch vom 20. Januar
„Wer ist der Neue?“, fragen sich die St. Galler Fans vor dem Testspiel gegen Terek Grosny. Als er sich umdreht, wird’s klar: Auf dem Trikot steht „Fabian Frei“. Der offensive Mittelfeldspieler ist aus der Distanz nicht mehr wiederzuerkennen, seine blonden Haare sind weg, der Kopf kahl geschoren!
Hat er eine Wette verloren? Ich frage den Frauenfelder. „Eine Wette“, entgegnet Frei lachend. „Nein, nein. Es war einfach an der Zeit, dass die Haare wegkommen. Ich habs gleich selbst gemacht.“ Uli Forte gefällts: „Das ist cool, er setzt ein Zeichen. Das mag ich.“
Das Testspiel gegen die Russen von Terek Grosny beginnt mit einem Schock: Schon in der 12. Minute verletzt sich St. Gallens Michi Lang. Der rechte Aussenverteidiger wird von Andrey Kobenko unfair von den Beinen geholt. Kobenko sieht Gelb, für Lang ist die Partie zu Ende. Ists was Schlimmes? Lang: „Es schmerzt sehr. Er hat mich seitlich am Unterschenkel getroffen, der Muskel tut weh. Aber ich hoffe, ich kann am Freitag gegen Rubin Kazan mitspielen.“ Das scheint derzeit eher Wunschdenken zu sein.
Terek spielt besser, trifft aber das Tor nicht. Und Daniel Lopar hält stark. Er spielt durch. Sein Konkurrent im Kampf um die Nummer 1, Germano Vailati kommt nicht zum Einsatz. Vorteil Lopar also? „Nein“, sagt Trainer Uli Forte. „Am Freitag spielt Vailati dafür das ganze Spiel.“
In der 39. Minute geht St. Gallen in Führung. Der wirblige Mario Frick köpfelt einen Frei-Corner rein. Die Pausenführung ist glücklich, Terek spielt überlegen.
In der zweiten Halbzeit dreht das Spiel. Der Ausgleich fällt in der 63. Minute. In der 77. Minute schiesst Terek das spielentscheidende 2:1 – ein Schuss aus 17 Metern ins entfernte Lattenkreuz. Hätte Moreno Merenda acht Minuten vor Schluss seinen Kopfball aus sechs Metern reingebracht, wäre St. Gallen noch zum glücklichen Unentschieden gekommen. Aber daraus wird nichts. Nicht nur in dieser Szene wird offensichtlich, dass St. Gallen dringend einen zweiten starken Stürmer neben Frick benötigt. Wird’s der 20-jährige Kameruner Brice Owona? Die medizinischen Tests hat er bestanden, jetzt kanns nur noch an der Transfersumme oder an den Lohnforderungen scheitern. Forte bestätigt: „Das Geld ist noch das grosse Thema.“
Uli Forte setzt in beiden Halbzeiten auf zwei verschiedene Teams.1. Halbzeit:
Lopar; Lang (15. Martic), Koubsky, Schenkel, Fernando; Winter, Imhof, Ciccone, Pa Modou Jagne; Frick, Frei.
2. Halbzeit:
Lopar; Martic, Zellweger, Schenkel, Hämmerli; Zé Vitor, Imhof (84. Ciccone), Costanzo, Nushi; Abegglen, Merenda.
Neben Vailati kommt auch Bernt Haas nicht zum Einsatz. Der Verteidiger hat einen Schlag aufs Knie kassiert und wird geschont. Künftig soll er nicht wie gewohnt als Aussenverteidiger spielen, sondern als Innenverteidiger. Forte: „Das kennt er noch aus GC-Zeiten.“