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Es ist ein leichter Wind, der in Ägypten durch die Palmen weht. Luzerns Präsident Walter Stierli lehnt sich zurück und sagt im FCL-Trainingslager: «Wir haben das Geld für Bobadilla zusammen.» Die Investoren um Samih Sawiris und Bernhard Alpstaeg sind offenbar bereit, das Portemonnaie zu öffnen. Ortswechsel. In Spanien trainiert YB. Nach dem Abgang von Marco Schneuwly (zu Thun) und wegen der Absenz von Emmanuel Mayuka (Afrika-Cup) herrscht bei YB akuter Stürmer-Mangel. Klar, dass Bobadilla da ein Thema sein muss. YB-CEO Ilja Kaenzig sagt aber auffällig defensiv: «Bobadilla bleibt in Gladbach.» Alles Taktik?
Raul Bobadilla macht die Liga verrückt. Bei Favre-Klub Gladbach spielt er kaum noch. Beim 3:1 gegen Bayern sass der Argentinier nicht mal mehr auf der Bank. Klar, dass er nun in der Super League (auch Sion, GC und der FCZ waren interessiert) ein heisses Thema ist. Schliesslich schoss er in der Saison 2007/08 bei GC 19 Tore. Im folgenden Halbjahr waren es 9 Treffer in 14 Spielen. Danach wechselte er für knapp sechs Millionen Franken zu Mönchengladbach. Und genau da beginnt das grosse Problem bei diesem Deal.
Bobadilla war der teuerste Transfer von Gladbach-Manager Max Eberl. Damit Eberl sein Gesicht nicht verliert, will er den Argentinier (Jahresgehalt: 1 Million Euro) einigermassen teuer verkaufen.
Neben Schweizer Clubs auch Mainz 05 interessiert
BLICK kennt die Zahlen, um die es beim Bobadilla-Deal geht. Klar ist: Die Ablöse wird gegen 2,5 Millionen Franken betragen. Bobadilla will eine Million Franken Jahresgehalt. Rechnet man mit einem branchen- üblichen Dreieinhalb-Jahres-Vertrag, kostet das ganze Paket 6 Millionen Franken.
Ob Luzern-Boss Stierli auch so rechnet, wenn er davon spricht, das Geld zusammenzuhaben? Zu BLICK sagt er: «2,5 Millionen Franken Ablöse sind für uns völlig absurd. Wir haben Gladbach unser letztes Angebot unterbreitet, und das beinhaltet vor allem eine Klausel, dass Gladbach nochmal partizipiert, wenn Bobadilla bei uns durchstarten sollte.» Luzern fordert eine Entscheidung bis heute.
YB dagegen spielt auf Zeit. Kaenzig hält sich bedeckt, ihm ist nichts zu entlocken. Das Interesse an Bobadilla ist aber riesig. Das macht auch Trainer Gross deutlich: «Ilja hat sich auch über Bobadilla sicher Gedanken gemacht. Ich habe ihn immer genau verfolgt. Er ist im Strafraum sehr gefährlich. Das könnte passen.»
Bobadilla in die Schweiz? Man wird sehen. Vorgestern hat auch Mainz 05 sein Interesse erneuert. Möglich, dass der Bundesliga-Klub noch mehr zahlen kann als YB und Luzern. Die Schweizer haben aber zumindest einen Zeit-Vorteil: Das Transfer-Fenster schliesst in Deutschland am 31. Januar, jenes in der Schweiz erst am 15. Februar.