Der geplatzte Bomben-Deal von GC: 20 Mio. futsch!
Die GC-Bosse Vogel, Berbig und Spross hätten Stürmer Raul Bobadilla teuer nach Russland verkaufen können – sie haben es vermasselt.
Von Max Kern | Aktualisiert um 08:11 | 10.11.2009
Es sollte bis heute geheim bleiben. Sickerte am Samstagabend nach dem 7:0-Triumph gegen Bellinzona trotzdem durch. Bei GC klafft nicht nur ein Loch von 5 Millionen Franken – es sollen gegen 10 Millionen sein. Urs Linsi (60), neuer CEO bei der «Neue Grasshopper Fussball AG», will deshalb heute den Spielern Salärkürzungen schmackhaft machen.
Linsi zu BLICK: «Es braucht die Spieler, die Angestellten in Niederhasli, die ganze GC-Familie. Die Salärkürzungen sollen Signalwirkung haben.» Die neueste Spar-Übung beim Rekordmeister (27 Titel) wäre wohl gar nicht nötig gewesen, wenn das damalige GC-Triumvirat Roger Berbig/Heinz Spross/Erich Vogel im Oktober 2008 ein Traum-Angebot für Stürmer Raul Bobadilla nicht in den Wind geschlagen hätte.
Laut BLICK-Recherchen ging es um 20 Millionen Franken! GC hätte nur noch unterschreiben müssen. Der russische Staatskonzern Gazprom bot kurz vor Ausbruch der Wirtschaftskrise für den argentinischen Stürmer Raul Bobadilla 12 Millionen Euro. Zum damaligen Welchsel-Kurs von 1,62 entsprach das einer Summe von 19,56 Millionen Franken.
Gazprom – Besitzer von Zenit St. Petersburg und Hauptsponsor von Schalke 04 – hatte Bobadilla seit Monaten beobachtet, wollte den bulligen GC-Angreifer kaufen. Bobadilla hätte 2 Mio. Dollar netto verdienen sollen. Das GC-Triumvirat winkte ab. Man könne den Jungen, den Sportchef Erich Vogel von Concordia Basel mitgebracht hatte, doch nicht in die russische Kälte schicken.
Vogel & Co. hofften auf einen Deal mit der AC Fiorentina. Er kam nie zustande. Spross gestern: «Gazprom ist kein Spielervermittler. Wir konnten doch Bobadilla nicht zumuten, ihn zu verkaufen, ohne zu wissen, wo er dann landen würde. Dann wären wir wirklich Menschenhändler gewesen.»
Linsi gestern: «Das war vor meiner Zeit. Und zu Gerüchten nehme ich keine Stellung.» Auf 20 Millionen verzichten – das nennt man salopp Perlen vor die Säue werfen. Später verletzte sich Bobadilla erneut am Oberschenkel, musste operiert werden. Im Sommer 2009 wechselte der Argentinier zu Borussia Mönchengladbach. Für geschätzte 6 Mio. Euro. Oder für die Hälfte des Gazprom-Angebots.
Nur eine der Leichen, die Linsi beim Aufräumen in Niederhasli wohl fand. Weiter kam zu Tage, dass die Zürcher für die Dienste von Spielervermittlern 2,2 Millionen Franken ausgaben. Drei Jahre zuvor waren es nur 700 000 gewesen. Linsi: «Eine solche Entwicklung halte ich auch für fragwürdig.»
Neu kam auch aus, dass neben dem entlassenen Trainer Hanspeter Latour auch noch Martin Rueda auf der Lohnliste steht, falls er beim FC Wohlen gehen müsste. Linsi: «Wir wollen vorwärts schauen.» Ist GC noch zu retten? Das fragen sich nicht nur die Spieler. Linsi: «Wenn ich nicht dran glauben würde, wäre ich nicht da.»
Linsi zu BLICK: «Es braucht die Spieler, die Angestellten in Niederhasli, die ganze GC-Familie. Die Salärkürzungen sollen Signalwirkung haben.» Die neueste Spar-Übung beim Rekordmeister (27 Titel) wäre wohl gar nicht nötig gewesen, wenn das damalige GC-Triumvirat Roger Berbig/Heinz Spross/Erich Vogel im Oktober 2008 ein Traum-Angebot für Stürmer Raul Bobadilla nicht in den Wind geschlagen hätte.
Laut BLICK-Recherchen ging es um 20 Millionen Franken! GC hätte nur noch unterschreiben müssen. Der russische Staatskonzern Gazprom bot kurz vor Ausbruch der Wirtschaftskrise für den argentinischen Stürmer Raul Bobadilla 12 Millionen Euro. Zum damaligen Welchsel-Kurs von 1,62 entsprach das einer Summe von 19,56 Millionen Franken.
Gazprom – Besitzer von Zenit St. Petersburg und Hauptsponsor von Schalke 04 – hatte Bobadilla seit Monaten beobachtet, wollte den bulligen GC-Angreifer kaufen. Bobadilla hätte 2 Mio. Dollar netto verdienen sollen. Das GC-Triumvirat winkte ab. Man könne den Jungen, den Sportchef Erich Vogel von Concordia Basel mitgebracht hatte, doch nicht in die russische Kälte schicken.
Vogel & Co. hofften auf einen Deal mit der AC Fiorentina. Er kam nie zustande. Spross gestern: «Gazprom ist kein Spielervermittler. Wir konnten doch Bobadilla nicht zumuten, ihn zu verkaufen, ohne zu wissen, wo er dann landen würde. Dann wären wir wirklich Menschenhändler gewesen.»
Linsi gestern: «Das war vor meiner Zeit. Und zu Gerüchten nehme ich keine Stellung.» Auf 20 Millionen verzichten – das nennt man salopp Perlen vor die Säue werfen. Später verletzte sich Bobadilla erneut am Oberschenkel, musste operiert werden. Im Sommer 2009 wechselte der Argentinier zu Borussia Mönchengladbach. Für geschätzte 6 Mio. Euro. Oder für die Hälfte des Gazprom-Angebots.
Nur eine der Leichen, die Linsi beim Aufräumen in Niederhasli wohl fand. Weiter kam zu Tage, dass die Zürcher für die Dienste von Spielervermittlern 2,2 Millionen Franken ausgaben. Drei Jahre zuvor waren es nur 700 000 gewesen. Linsi: «Eine solche Entwicklung halte ich auch für fragwürdig.»
Neu kam auch aus, dass neben dem entlassenen Trainer Hanspeter Latour auch noch Martin Rueda auf der Lohnliste steht, falls er beim FC Wohlen gehen müsste. Linsi: «Wir wollen vorwärts schauen.» Ist GC noch zu retten? Das fragen sich nicht nur die Spieler. Linsi: «Wenn ich nicht dran glauben würde, wäre ich nicht da.»
FCZler soll GC retten
Das sagen Blick.ch-Leser
- Gehrig R, Bern - 13:31 | 10.11.2009
- » @David Schneeberger: Du hast viel Fantasie! Ost-Tabelle mit St. Gallen und Bellinzona, Vaduz komt auch noch dazu ev. noch WIL! und dann was? Der Osten kann nicht Fussball spielen in der CH.
- David Schneeberger, Hirschthal - 11:30 | 10.11.2009
- » Mein Vorschlag: Eine 7 Club West und eine 7 Club Ost Tabelle= Mehr Derbys, mehr Umsatz,mehr Zuschauer, mehr Action. Nach dem Hin und Rückspiel spielen die besten 5 beider Tabellen um Titel und Europacup. Die 4 von West und Ost Tabelle, je 2 letzten) sowie 5 besten der 2ten Liga spielen um Auf-Abstieg und als "Zuckerli" kriegt der 5 ein Freilos für die 1te Cuprunde. Damit könnte man solche Runden wo es um nichts mehr geht, Umgehen. Im Momet hat nur Basel int. Chance. Weg mit dem Pleitegeier
- Bizzy Montan, Berlin - 10:29 | 10.11.2009
- » Fussion ist aber auch ausgeschlossen, lieber Horisberger. Dann hoffe ich doch lieber auf ein 2. Engagement, statt mit dem Z zu fusioniere.n
- Martin Horisberger, Bern - 10:23 | 10.11.2009
- » zeit endlich einzusehen, dass zwei stadtzürcher clubs in der obersten liga einfach einer zuviel ist...
- Roland Zeller, Uznach - 10:05 | 10.11.2009
- » Ob GC eine Lachnummer ist oder nicht, sei mal dahingestellt. Für den CH Fussball ist das Ganze auf jeden Fall nicht gut. Meiner Meinung nach hat es viel zuviele Amateure die in der Profiliga mitmischen wollen. Ein Fussballclub zuführen ist nun mal kein Hobbygeschäft. Dies zeigen die ganz grossen Clubs. Schauen wir nur mal nach Basel (auch wenn dies kein ganz grosser Club ist). Auch wenn ich kein GC Fan bin, so hoffe ich doch sehr, dass der Club den Bogen noch rauskriegt.
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