BLICK beim FCZ Spassvogel Magnin im Flugzeug gebremst

  • Aktualisiert am 19.01.2012
  • Von Michael Wegmann aus dem Oman

BLICK-Reporter Michael Wegmann berichtet aus dem Trainingslager des FC Zürich im Oman.

FCZ-Tagebuch vom 25. Januar

Xavier Margairaz und Ricardo Rodriguez müssen kurzfristig fürs «Länderspiel» gegen den Oman passen. Magenverstimmung und Fieber! Der FCZ siegt dennoch, dank schönen Treffern von Djuric, Aegerter und Alphonse, mit 3:2. Auch dank Johnny Leoni, der kurz vor Schluss einen Penalty kratzt. Florian Stahel wird erst zur Pause eingewechselt wird und muss nach gelb-rot vom Platz.

Guatelli spielt Schach und schwärmt für Burradge

Vor der Partie spielt Ersatzgoalie Andrea Guatelli mit Johan Vonlanthen auf der Tribüne Schach. Ihr Spiel kann bis zum Anpfiff nicht beendet werden, endet deshalb Remis. Andrea will ein Bild mit dem omanischen Goalietrainer John Burradge. Der ehemalige Goalie ist eine Legende in England, spielte bis 47 und für diverse Klubs. Burradge brach sich 14mal die Nase.

Michel Pont auf der Tribüne

Nicht nur Guatelli ist beindruckt von dem kleinen Mann mit dem Strumpf-Hut. Auch Hitzfelds Assistent Michel Pont, der für vier Tage in Oman weilt und sich das Spiel nicht entgehen lässt, schwärmt von Burradge. «Solche Goalieübungen, wie er macht, habe ich noch überhaupt nirgends gesehen. Das war sehr interessant.» Und was sagt Pont zum Spiel? «Wenn man bedenkt, dass die Zürcher so viele Trainings in den Beinen haben, wars gut.»

Magnin im Cockpit

Nach dem 3:2 gibts noch Pasta für die Kicker und Raclette für den Staff. Um Mitternacht steigt die Delegation ins Flugzeug. Nach 12 Tagen harten Trainings, freut sich jeder nach Hause. Ludovic Magnin darf sowohl beim Starten wie auch beim Landen ins Cockpit. «Ich wollte die Passagiere über die Lautsprecher begrüssen. Das durfte ich aber nicht», sagt Magnin und grinst. Der Oman ist Vergangenheit, am Mittwoch gehts wieder zum Trainieren in den Schnee!

Tagebuch vom Sonntag, den 24. Januar

Die Seebären sind wieder fit

Die Fischerei am Samstag hat keine Langzeitschäden verursacht – alle Spieler stehen heute Morgen auf dem Platz. Auch Seebär Tico, er wurde seekrank, strahlt wieder: «Alles in bester Ordnung, es geht mir wieder gut.» Das interne Abschlussspiel gewinnen die Jungen, verstärkt mit dem einzigen Torschützen Alphonse (zum Saisonauftakt gesperrt), 1:0.

2 Kilometer schwimmen

Die verletzten Vonlanthen, Chikhaoui und Hassli schwimmen wieder einmal. Ihre Fortschritte sind frappant – heute krault das Trio rund 2000 Meter. Wenn sie so weitermachen, werden die Schwimmklubs in und um Zürich bald um ihre Dienste buhlen. Kein Wunder! Ihr Trainer Physiotherapeut Ad van den Bergh schwamm früher in Holland wettkampfmässig.

Einziges Manko: Der Hotelplatz

Am Nachmittag absolvieren die Kicker eine Trainingseinheit auf dem hoteleigenen Platz. Dieser ist übrigens der einzige Schönheitsfehler am Hotel InterContinental in Muscat. Der Fussballplatz fällt im Vergleich mit dem Rasen rund um den Pool extrem ab. Pool, Fitnessraum, Strand und Verpflegung sind erstklassig. Die Architektur mit der riesigen Hotelhalle und der Zimmeranordnung zumindest gewöhnungsbedürftig.

Bettruhe um 23 Uhr vor dem «Länderspiel»

Bettruhe ist heute um 23 Uhr. Denn morgen um 18.30 Uhr, nur Stunden vor dem Rückflug, steht noch das «Länderspiel» gegen die Nationalmannschaft des Omans auf dem Programm. Und diesen Test nimmt man beim Schweizer Meister ernst. Wetten, dass Trainer Challandes morgen nicht wie bis anhin zur Pause alle Feldspieler auswechselt!

Tagebuch vom Samstag, den 23. Januar

Boot macht Wette kaputt

Das frühmorgendliche Wettfischen kann nicht wie geplant stattfinden, eines der vier Boote macht schon im Hafen schlapp. Die kickenden «Fischer» werden auf die restlichen drei fahrtüchtigen Boote aufgeteilt. Der Wettkampf fällt ins Wasser.

Tierfreund Brunner

Gut so für den Staff, denn Goalietrainer Martin Brunner macht seine Ankündigung vom Vorabend wahr: Er wirft seine Beute, wieder ins Meer zurück. Tierfreund Brunner: «Es ist ein Hai gewesen.» Bei vielen anderen zappelt gar nichts an der Angel.

FCZ-Stars wirds übel

Der Team-Ausflug wird für Tico, Hassli, Mehmedi und Rodriguez zum Flop. Dem Quartett wird auf hoher See richtig übel. Und dies obwohl Assistenztrainer Erich Hänzi zuvor jedem Tabletten gegen Übelkeit anbietet. «Ich sag es mal so: Diejenigen, die Tabletten genommen haben, hatten keine Probleme», sagt Hänzi und lacht.

Hunderte Fussballer am Strand

Tihinen, Canepa, Bickel und Challandes wurden an der Pressekonferenz am Donnerstag nicht müde zu betonen, wie fussballbegeistert die Leute von Oman sind. Das sind nicht nur Schmeicheleien und leere Worthülsen, jetzt gibt’s den Beweis. Am Strand vor dem Hotel Intercontinental, wo der FCZ die letzten Tage logiert, kicken bei Sonnenuntergang hunderte Hobbyfussballer in Real-, Milan-, und Arsenal-Leibchen. Ein FCZ-Shirt ist «noch» nicht auszumachen. Wer mit wem spielt und wer gegen wen, wissen nur die Teilnehmer.

FCZ nur 1:1 gegen «Bayern Omans»

Im Testspiel gegen Dhofar S.C.S.C, das Bayern München Omans, spielt der FCZ nur 1:1. Der Rekordmeister Omans geht kurz nach der Pause entgegen dem Spielverlauf durch einen Treffer Ahshurs (50.) in Führung. Nach einer Djuric-Ecke gleicht Alain Rochat per Kopf aus (67.). Sportchef Fredy Bickel: «Die Mannschaft wirkte müde, mit dem Restultat können wir nicht zufrieden sein.»

Dhofar S.C.S.C – FC Zürich 1:1 (0:0)
Al Saada Stadium, Salalah (Oman)

Tore: 50. Mohammed Ashur 1:0. 67. Rochat 1:1.

FC Zürich: Guatelli; Stahel (46. Philippe Koch), Barmettler (46. Raphael Koch), Tihinen (32. Rochat), Rodriguez (46. Magnin); Stojanov (46. Aegerter), Gonçalves (46. Djuric), Gajic (46. Margairaz), Okonkwo (46. Buff), Nikci (46. Schönbächler); Mehmedi (46. Alphonse).

FCZ-Tagebuch vom 22. Januar

Magnin strahlt mit der 23

Die FCZ-Fans mit der Trikotnummer 23 können sich freuen: Sie müssen das Leibchen nach dem Abgang von Almen Abdi nicht im Schrank verstauen, sondern nur den Namen abkleben und Magnin drüber schreiben. Denn der neue FCZ-Star spielt mit Abdis alter Nummer. Magnin: «Ich hatte bis jetzt in meiner Karriere erst drei Nummern. Die 16 in Yverdon, die 21 in Lugano und beim VfB und die 23 in Bremen. Und da die 23 frei war, habe ich sie genommen.»

Starker Buff heisst Vasquez

Es ist Magnins zweites Spiel im FCZ-Dress. Dem 7:1 gegen Al Seeb folgt ein 1:1 gegen Dhofar – Rochat trifft mit dem Kopf. Der FCZ, der zur Pause alle Feldspieler auswechselt, ist spielbestimmend. Doch Dhofar hält dagegen und kommt zu guten Möglichkeiten. Ein gutes Spiel macht Oliver Buff im Vasquez-Leibchen. Warum überklebt der U17-Weltmeister den Namen nicht? «Wenn ich schon mal einen so schönen Nachnamen habe, verdecke ich den doch nicht», sagt Buff und grinst.

Tico von Journalisten ausgezeichnet

Die anwesenden Journalisten von Oman zeichnen Tico zum Mann des Spiels aus. Überreichen dem Mittelfeldspieler ein Geschenk. Der Nigerianer freut sich über die Auszeichnung und den Applaus der rund 600 Zuschauer.

Fischen um die Wette

Am Samstag müssen die Kicker früh aus den Federn: Fischen ist angesagt! Sie werden in drei Boote aufgeteilt, der Staff belegt das vierte. Es heisst: Fischen um die Wette. Wer verliert, muss die gefangenen Fische grillieren und servieren. Einige spielen schon mit dem Gedanken, Fische vom Hotel in die Kühlbox zu schmuggeln und auf hoher See zu relaxen. Übrigens: Präsident Canepa hat sich erst zum Essen angemeldet

Burgermeister knetet nicht mehr

Zum ersten Mal seit 35 Jahren knetet Hermann Burgermeister nicht mehr die Muskeln der Fussballer. Seit dem Sehnenriss am rechten Mittelfinger im Oktober letzten Jahres hat der 62-Jährige Schmerzen. Ist dem FCZ-Urgestein jetzt langweilig in Oman? Die Antwort gibt er im Video (oben) gleich selber.

Tico hat Übergewicht

Der bärtige Busfahrer hat heute frei. Denn nach dem Morgenessen gehen Djuric, Rodriguez und Co. für einmal nicht auf den Fussballplatz, sondern in den Fitnessraum zum Velofahren und Hantelstemmen. Damit es auf dem Foto auch nach viel Gewicht aussieht, montiert Tico noch zusätzliche Kilos. Trotz «Übergewicht» stemmt Tico die Hantel 15 Mal. Es geht einfach ein bisschen schneller als bei den anderen…

Pressekonferenz für ein Testspiel

Am Nachmittag gibt Bernard Challandes seinen Spielern zum ersten Mal in diesem Trainingslager frei. «Wir haben gesehen, dass die Spieler sehr müde Beine haben», sagt der Trainer. Ausruhen und jassen heisst es für Aegerter, Magnin, Stahel und Rochat. Alphonse liest ein Buch. Nur Tihinen arbeitet: Der Captain muss mit Challandes, Bickel und Canepa zur eigens fürs morgige Testspiel gegen Dhofar organisierten Pressekonferenz. Die Journalisten lassen sich nach der halbstündigen Veranstaltung noch alle hintereinander mit Hannu ablichten. Am Abend geht die Mannschaft geschlossen auswärts essen, der Staff bleibt im Hotel.

FCZ-Tagebuch - 20. Januar 2010

Rivalität in Salalah – Test abgesagt

Das Testspiel am Abend gegen Al Nasr fällt ins Wasser. Nicht wegen dem morgendlichen Regen, sondern weil Stadtrivale Dhofar sein Veto einlegt. Denn Dhofar kümmert sich schon seit der Ankunft um das Wohlbefinden des FCZ, der Test am Freitag gegen den Champions-League-Teilnehmer ein grosses Erlebnis. «Sie hätten keine Freude gehabt, wenn Al Nasr auch zu einem Spiel gegen uns gekommen wäre», sagt Bickel. Die Rivalität der beiden Klubs ist grösser als diejenige zwischen GC und dem FCZ. Morgen gibts im Hotel sogar eine Pressekonferenz! Bickel, Canepa und Tihinen stehen Red und Antwort.

Hänzi darf noch mal ran

Testspiel abgesagt. Trainer Challandes muss damit leben, organisiert kurzerhand ein internes Trainingsspiel. Elf gegen Elf während drei mal zwanzig Minuten. Vonlanthen, Hassli und Chikhaoui passen verletzungsbedingt, Leoni pausiert. Der Rest ist dabei. Zu einem Comeback kommt Assistenztrainer Erich Hänzi, der die ersten 40 Minuten noch filmend auf der Tribüne verbringt. Er muss für den angeschlagenen Djuric ran und schlägt sich hervorragend.
BLICK-Reporter Michael Wegmann.

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