Zu Besuch auf der Maladière So geht es Xamax in der 2. Liga

Nach dem Zwangsabstieg im Januar 2012 ist bei Neuchâtel Xamax 1912 Ruhe eingekehrt. Blick.ch sprach mit Frédéric Page (33). Er spielte noch in der Super League und ist jetzt in der 2. Liga interregional angekommen.

  • Publiziert: 09.10.2012
  • Von Gianni Wyler und Dominik Steinmann
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Schauplatz Maladière am vergangenen Freitag: Eine Handvoll Zuschauer verläuft sich ins schmucke, 2007 eingeweihte Stadion.

Xamax kommt in der 2. Liga interregional zuhause nicht über ein 1:1 gegen Alle hinaus. In der 83. Minute gelingt Yohan Viola der Ausgleich auf Zuspiel von Frédéric Page. Page? Genau der. Der 33-Jährige ist das einzige bekannte Gesicht und einer der drei Oldies im blutjungen Kader des Traditionsvereins.

Der Masseur heisst zwar mit Nachnamen Di Caprio, ansonsten ist der grosse Glanz vergangener Zeiten verschwunden. Oder sagen Ihnen die Spielernamen Valmir Sallaj oder Adjei Luther-King etwas? Der 19-jährige Sallaj ist die Nummer 1 im Tor, Stürmer Luther-King trägt die Nummer 10.

«Es ist wie ein Erdbeben über Neuenburg gekommen. Den ganzen Wiederaufbau muss man jetzt machen, das muss man Schritt für Schritt tun», erinnert sich Page im Blick-Sporttalk (siehe Video). Von 2009 bis 2011 spielte Page am Neuenburgersee – in der Super League.

Dann kamen die Tschetschenen. Page: «Es kamen Gerüchte auf, dass man alle Spieler auswechseln wolle, da kam das Angebot von Lausanne gerade recht.» Der Verteidiger ging und verliess das sinkende Schiff.

Der Name Bulat Tschagajew, er wurde am 25. Mai dieses Jahres aus der U-Haft entlassen, löst beim Routinier auch heute noch gemischte Gefühle aus. «Das Wort traurig trifft es.»

Keine Gage für Page

Warum tut er sich das Gekicke in der fünfthöchsten Spielklasse im Schweizer Fussball an? «Mein Ziel ist es, mich noch einmal für einen Profi-Vertrag zu empfehlen. Der Klub hat mir angeboten, im Marketingbereich zu helfen, falls es bis Januar nicht klappt. Dann gäbe es natürlich auch Lohn.»

Wie bitte? Spielen Sie gratis, Monsieur Page? «Ja, es ist eine Amateurmannschaft, ich verdiene nichts hier.» Ein Lagerist und ein Polymechaniker bieten ihre Dienste via Klub-Homepage an. So sieht der Alltag beim stolzen Meister der Jahre 1987 und 1988 aus.

Es sei nicht realistisch, gleich innerhalb von wenigen Jahren den Aufstieg zu in den Spitzenfussball zu schaffen, so Page. Aber: «Es ist noch viel Herzblut in der Region. Das macht die Sache reizvoll.»  Über 700 Jahresabos seien verkauft worden, im Schnitt kämen bis zu 800 Fans.

Ist die Stimmung im Stadion nicht gespenstisch? Page: «Die Leute sollen sich selbst ein Bild machen.» Am 20. Oktober findet die Partie Xamax gegen Pruntrut statt.» Der Abend steht im Zeichen der Unterstützung für den Verein. Diese ist auch dringend nötig.

Nach neun Runden liegt das Team von Coach Roberto Cattilaz mit 18 Punkten zwar auf Rang 2, doch der Rückstand auf Leader Concordia Basel beträgt bereits neun Zähler.

Ein neues Pausenspiel soll die Fans anlocken. Von der Mittellinie aus gilt es, mit drei Versuchen die Latte zu treffen. 100 Franken stehen zur Belohnung aus – und bleiben im Jackpot, falls die Mission misslingt. Bulats geplatzter Traum von den Champions-League-Millionen mutet da wie ein schlechter Witz an.

Fusioniert Xamax bald mit Biel?

Gerüchte über eine Fusion der Neuenburger mit dem FC Biel halten sich hartnäckig in der Westschweiz. Der Challenge-Ligist, der die Maladière bereits für seine Heimspiele nutzt, soll Xamax so schnell wie möglich zurück in die Elite führen. Thomas Grimm, ehemaliger Präsident der Swiss Football League, und Xamax-Legende Gilbert Facchinetti seien an einer baldigen Einigung interessiert.
 

Offenbar ist aber die finanzielle Vergangenheitsbewältigung des Vereins noch nicht abgeschlossen. Erst 220 der 300 Gläubiger-Forderungen wurden gemäss dem Journal du Jura bisher behandelt.

 

Beliebteste Kommentare

  • Markus  Koch , Rupperswil , via Facebook
    Xamax war und ist immer noch ein symphatischer Verein, der in die oberen beiden Ligen gehört. Herr Gress, übernehmen Sie!
  • Marc  Hasler , Palma De Mallorca , via Facebook
    Und wie geht es Herrn Tschagajew?Wie geht es dem Mann,der einen ganzen Kanton sportlich ins Unglück stürzte?Der das Lebenswerk von Ehrenpräsident Facchinetti zerstörte und nur Unglück für die Menschen rund um Xamax brachte?Ich kann leider hier nicht schreiben,was ich Herrn Tschagajew wünsche,doch alle Leser werden es wissen!

Alle Kommentare (13)

  • Anton  Werth , Visp
    Jaja, sehr schade für Xamax! Und wir müssen uns wieder mit so Clubs wie St.Gallen rumschlagen.
  • Thomas  Kuhndt
    Fusion mit Biel? Es wäre Jammerschade - ehrlich. Der FC Biel ist ein absoluter Traditionsverein. Xamax auch, aber bei allem Respekt: Wer es sportlich nicht schafft, hat den Aufstieg auch nicht verdient. Was kommt nach der Fusion? Ist Xamax erst mal "oben" wird die Fusion wieder gelöst. Lugano hat es seinerzeit mit Malcantone Agno vorgemacht. Kaum war man wieder "was Besseres" war es fertig mit Lustig. MA spielte damals Challenge League und heute?...
    • 09.10.2012
    • 36
    • 6
  • Stephan  Candrian , Wallisellen
    Die sind selber schuld bei Xamax. Hätte man Tschagajew machen lassen und würdevoll behandelt, hätte etwas grosses entstehen können. Aber das CH Bünzlitum hat das leider nicht zugelassen.
    • Mike  Studer
      Hätte Tschagajew, wenn er denn schon kein Geld hat, die Spieler und Trainer würdevoll behandelt, hätte man ihm durchaus auch Respekt zollen können. Aber ich glaube auch eher nicht, dass ihr Kommentar so richtig ernst gemeint ist...
      • 09.10.2012
      • als Kommentar auf Stephan  Candrian , Wallisellen
      • 80
      • 2
    • Anton  Werth , Visp
      Grins .... ich hoffe, das glaubst du nicht wirklich!?
      • 09.10.2012
      • als Kommentar auf Stephan  Candrian , Wallisellen
      • 10
      • 1
  • Marc  Hasler , Palma De Mallorca , via Facebook
    Und wie geht es Herrn Tschagajew?Wie geht es dem Mann,der einen ganzen Kanton sportlich ins Unglück stürzte?Der das Lebenswerk von Ehrenpräsident Facchinetti zerstörte und nur Unglück für die Menschen rund um Xamax brachte?Ich kann leider hier nicht schreiben,was ich Herrn Tschagajew wünsche,doch alle Leser werden es wissen!
    • Rudi  Bucher , via Facebook
      Und wer hat diesen Taschagajew zugelassen? Wie heisst es schön? Money makes the world goes round.....
      • 09.10.2012
      • als Kommentar auf Marc  Hasler , Palma De Mallorca
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      • 4
  • Markus  Koch , Rupperswil , via Facebook
    Xamax war und ist immer noch ein symphatischer Verein, der in die oberen beiden Ligen gehört. Herr Gress, übernehmen Sie!
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Platz Mannschaft SP Tore Punkte
1 Basel 33 59:30 66
2 GC 33 41:30 60
3 St. Gallen 33 49:32 56
4 Zürich 33 54:42 49
5 Sion 32 36:45 45
6 Thun 33 41:42 44
7 YB 33 44:43 42
8 Luzern 33 35:46 36
9 Lausanne 33 25:47 27
10 Servette 32 24:51 23

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