Schläger Margairaz kommt ungeschoren davon

  • Publiziert: 17.08.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Thomas Renggli

Xavier Margairaz begeht eine grobe Tätlichkeit — ungeahndet. Doch der Disziplinarrichter handelt nicht.

In der 37. Minute steigt Sions Fermino resolut in einen Zweikampf mit Margairaz – und geht zu Boden. Die TV-Bilder von Teleclub beweisen: Der Zürcher knallte seinem Gegner den Ellbogen mit voller Wucht ins Gesicht. Das lässt eigentlich nur ein Verdikt zu: Rot. Doch Schiedsrichter Circhetta lässt es bei einer Ermahnung bewenden. Sion-General Constantin wittert Verschwörung und verlangt Video-Justiz. Der Täter erklärt sich später kleinlaut: «Ich wollte Fermino wegschieben. Und habe das mit dem Ellbogen gemacht. Doch es war keine Absicht.» Faule Ausrede? Fakt ist, dass Margairaz zwei Minuten später das 1:1 erzielt – und massgeblich zum FCZ-Punktgewinn beiträgt.

Disziplinarrichter Studer handelt nicht

Disziplinarrichter Urs Studer, der Basels Costanzo für die Vorfälle nach dem Spiel gegen den FCZ aufgrund von Video-Beweisen für drei Partien gesperrt hat, sieht keinen Grund zu handeln: «Wenn der Schiedsrichter die Szene gesehen und beurteilt hat, kann ich nur in ganz krassen Fällen einschreiten – und das ist hier nicht gegeben.»

Margairaz kommt also ungeschoren davon, weil Circhetta die Szene gesehen hat. Costanzo wurde gesperrt, weil das Schiedsrichter-Trio die Augen geschlossen hatte – und die Verantwortung von sich wies. Faire Rechtssprechung ist etwas anderes.

Ihre Meinung ist gefragt

Was sagen Sie zum Vorfall in Sion? Soll Disziplinarrichter Urs Studer Xavier Margairaz nachträglich sperren, wie er es im Fall Costanzo gemacht hat? Schreiben Sie unten Ihren Kommentar.