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«Ich bin immer und überall ausgepfiffen worden. Nicht nur in Bern. Verhöhnt wird immer der gefährlichste Spieler. Ich verstand das als Kompliment.
Als Streller nach den Pfiffen in St. Gallen im Spiel gegen Liechtenstein im Mai 2008 seinen Rücktritt aus der Nati gab, hat er sich als äusserst sensibler Mensch entpuppt. Die Fans haben das noch im Kopf und schlachten Strellers damalige Offenbarung der eigenen Schwäche gnadenlos aus. Der Respekt vor dem Fussballer, vor dem Menschen ist heute nicht mehr sehr gross.
Jetzt muss Streller Stärke zeigen! Und dazu hat er nur eine Möglichkeit: Gute Leistungen bringen. Für mich bedeuteten Pfiffe immer einen zusätzlichen Motivationsschub. Streller mag das vielleicht nicht so locker wegstecken wie ich damals. Doch kann er es denen nur in einer Währung heimzahlen: mit Toren.
Doch auch der Verband darf diesem Geschehen nicht tatenlos zuschauen. Erst wird bei YB unser bester Schiri, Massimo Busacca, angepöbelt. Jetzt ein Nati-Spieler fertiggemacht. Damit das aufhört, hilft nur das Statuieren eines Exempels: YB muss eines seiner nächsten Spiele im leeren Stade de Suisse austragen. Nur so kann der Klub gezwungen werden, seine Fans zu disziplinieren.
Noch ein Tipp an Marco. Ich habe mir in solchen Fällen immer gesagt: 95 Prozent der Pfeifenden müssen anderntags wieder um 7 Uhr in den Stollen. Ich kann machen, was ich will, was ich am liebsten tue: Fussball spielen.»
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Kolumnist Kubilay Türkyilmaz. (Philippe Rossier)