Das Bild vom nassen Chaos in Malaysia 2009 ist symbolisch:
BMW ist inzwischen ohne Stil ausgestiegen, McLaren-Mercedes rast dagegen weiter – aber schon 2010 als getrennte Teams!BLICK hatte es vor zwei Monaten exklusiv verkündet, dass
Mercedes spätestens bis 2012 das
Brawn GP-Team zu 75 Prozent kauft. Die Stuttgarter wollten sich endlich aus den Klauen ihres britischen Partners (seit 1995) befreien. Und vor allem als 40-Prozent-Mehrheitsaktionär auch mal bei grösseren Entscheidungen das Sagen haben.Jetzt kehrt Mercedes nach 55 Jahren mit einem Silberpfeil zurück. Zuletzt hatte man damit am 11. September 1955 in Monza mit dem fünffachen Weltmeister Fangio gewonnen.Doch Mercedes, das seine Anteile von 200 Millionen Euro bis 2011 an McLaren verkauft, lässt seine Autos jetzt in der Weltmeister-Fabrik von Brackley bauen – und Titelmacher Ross Brawn bleibt Rennchef.Für McLaren, das auch Sponsor Mobil an Mercedes verliert, bleibt ein zweijähriger Gratis-Motorendeal mit den Deutschen. Bis 2015 müssen dann rund 8 Mio. Franken jährlich an Mercedes bezahlt werden.Die Pilotenfrage ist auch schon gelöst: Mercedes fährt dank Weltmeister Jenson Button (29) mit der Startnummer 1, die 2 bekommt Nico Rosberg (24). Endlich hat Mercedes einen von den Medien vergeblich geforderten deutschen Piloten!Der clevere Schachzug bringt Mercedes bald Millionen! Für BMW ist das gestrige, totale Formel-1-Bekenntnis vom deutschen Erzrivalen Mercedes eine Ohrfeige. Während die Münchner unter Rennchef Dr. Mario Theissen 2009 mit allen gross angekündigten Plänen scheiterten (KERS und WM-Titel) und am Ende mit abgesägten Hosen vom eigenen Vorstand aus dem Zirkus geworfen wurden, lief die Sache in Stuttgart umgekehrt.Daimler-Betriebsratchef Erich Klemm verurteilte das Engagement von Mercedes: «Jetzt wäre der Zeitpunkt für einen Ausstieg aus der kostspieligen Formel 1 günstig gewesen!»Ein interner Angriff ins Leere. Denn Daimlers Konzernchef Dr. Dieter Zetsche sieht in der Formel 1 (dank neuen Sparplänen und der Titel-Prämie von 60 Millionen Dollar) künftig ein Feld, auf dem
Geld kassiert wird. Allein 2010 kostet Mercedes nur noch ein Viertel von der Summe, die man 2009 mit McLaren verpulverte!