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Kommentar: Wie stark ist die Nati wirklich?

BLICK-Sportchef Walter De Gregorio über die zwiespältige Leistung der Schweizer Nati gegen Luxemburg.

Aktualisiert um 17:35 | 11.10.2009
Revanche geglückt: Die Schweiz besiegt Luxemburg mit Köpfchen. Klicken Sie sich durch die Diashow. (Toto Marti)
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Es war kein schönes Spiel, aber ein schöner Abend. Ein einziges Sandkorn trennt uns noch von Südafrika. Gegen Israel genügt am Mittwoch in Basel ein Unentschieden.

Vor dreizehn Monaten, nach dem Debakel in Zürich, als die Luxemburgerli den Schweizern schwer im Magen lagen, hätte man am liebsten alle weiteren Spiele Forfait gegeben. Mit einer solchen Einstellung haben wir an der WM 2010 nichts verloren, so die Meinung vieler Zuschauer, denen im letzten Spätsommer der Hintern in der Hose gefror.

Vergangene Zeiten. Die Schweiz wird an der WM dabei sein. Die Parabel wird sich in Basel schliessen. Eine Parabel, die alles umschliesst, was den Fussball ausmacht: Hoffnung, Enttäuschung, Wut, Glück, Können, Leidenschaft, Freude.

Seit jenem schwarzen Abend in Zürich hat sich vieles verändert. Ottmar Hitzfeld habe seine Spieler «enthemmt», sagte der Trainer der Luxemburger, Guy Hellers, diese Woche. Hitzfeld sei ein «détonateur». Einer, der alte Denkmuster wegsprengt.

In der Tat hat Hitzfeld, der Präzisionsarbeiter, ein kleines Wunder vollbracht. Er hat angefangen, mit den Spielern zu reden, sie ernst zu nehmen, seine Entscheidungen nicht zu entschuldigen, sondern zu erklären. Für Schweizer Verhältnisse eine Kulturrevolution.

Dennoch, eine Frage bleibt: Wie stark ist diese Schweizer Nati wirklich? Philippe Senderos hat zwei herrliche Kopftore geschossen, mit den Füssen aber spielte er gestern, als hätte er Moonboots an. Welche Schweiz widerspiegelt der Hybrid Senderos? Die erfolgreiche, die mittelmässige, die unsichere?

Erstmals seit langem hatte gestern übrigens auch GC wieder einen Spieler beim Länderspiel der Schweiz auf dem Rasen: Grasshopper Jeff Strasser, Captain der Luxemburger.
Walter De Gregorio, Sportchef.
Walter De Gregorio, Sportchef.
Diego Benaglio: Wenig beschäftigt. Gute Paraden nach Kitenge-Kopfball und Freistoss von Strasser. (Keystone)
Stephan Lichtsteiner: Keine auffällige Partie vom Lazio-Verteidiger. In Bedrängnis war er nicht oft. (Keystone)
Steve von Bergen: Solide, nicht mehr. Die Frage: Muss er gegen Israel weichen, wenn Grichting zurück ist? (Keystone)
Philippe Senderos: Mit zwei Kopf-Toren der Held. Seine Fehlpass-Quote muss er aber trotzdem verbessern. (Toto Marti)
Christoph Spycher: Rettete einmal auf der Linie. Defensiv gut. Schaltete sich mehrfach offensiv ein. Ansprechende Partie. (Keystone)
Johan Vonlanthen: Man muss es so hart sagen: Er nutzte seine Chance nicht. Kaum Bindung zum Spiel. (Keystone)
Gökhan Inler: Setzte streckenweise spielerische Akzente. Aber auch er mit vielen Fehlpässen. (Keystone)
Benjamin Huggel: Schütze des 1000. Treffers in der Geschichte der Nationalmannschaft. Ist zum sicheren Wert geworden. (Toto Marti)
Tranquillo Barnetta: Assist zum 2:0 von Senderos. Zeigte in erster Hälfte Aufwärtstendenz in der Nati. (Keystone)
Alex Frei: Keine herausragende Leistung. Aber am Schluss stimmen eben die Fakten. Assist zum 1:0 und zum 3:0. (Toto Marti)
Blaise Nkufo: Zwei grosse Chancen zum 4:0. Vorher war wenig zu sehen vom Twente-Stürmer. (Keystone)
Hakan Yakin: Kam in der 64. für Frei. Undankbare Aufgabe, da die Luft schon draussen war. Ohne grosse Akzente. (Keystone)
Eren Derdiyok: Kam in der 64. für Vonlanthen. Für ihn gilt dasselbe wie für Yakin. Ein toller Abschluss kurz vor Ende. (Keystone)
Das sagen Blick.ch-Leser
Hüppi Alain, Kriens - 14:58 | 11.10.2009
» @simon schmid, chur: ach ja? und welche mannschaft sollte dann ihrer meinung nach an die wm? wandern sie doch gleich in ein land ihrer wahl aus! wie wärs mit der türkei? die sind diesmal nicht dabei (geschieht ihnen recht). sorry, da bin ich trotz grottenkick für die schweiz! hitzfelds deutsche mentalität wird uns noch zugute kommen, und sie sind dann der erste, der unsere nati auf unseren strassen bejubelt! und an alle anderen erfahrenen trainer und experten hier: lasst OH doch einfach machen..
Simon Schmid, chur - 13:56 | 11.10.2009
» Die Schweiz soll doch Zuhause blieben und ein Team an die WM lassen,die es verdient hat und fussball spielen können! Also bieben wir in der schöne Schweiz und geniessen den Sommer...
Hans Zimmermann, Detligen - 13:18 | 11.10.2009
» Das beste am Spiel war das Erreichen von 3 Punkten. Spielerisch hingegen hat die Mannschaft bei weitem nicht überzeugt. Das Niveau entsprach in etwa einem normalen Axpo Super Ligue-Spiel. Da muss sich die Mannschaft noch gewaltig steigern will sie gegen Israel den einen notwendigen Punkt holen.
HaRu Weber, Biel-Bienne - 12:57 | 11.10.2009
» Mit 3 Toren Vorsprung hätte man doch mehr Risiko eingehen können. Noch und noch hinten herum kicken Dem Gegner Zeit lassen seine Betonabwehr zu erstellen. Verstehe dies nicht und es hat doch Nichts gebracht.
emiliano arena, Waldstatt - 12:12 | 11.10.2009
» Hitzfeld meinte vor dem Spiel dass er mehr Risiko von den Spielern erwarte um Torchancen zu kreieren. Das hat Senderos genau so umgesetzt, er hat eigentlich nur Steilpässe nach vorne gespielt, schon klar, dass da viele nicht ankommen. Im Gegensatz zu Steve von Bergen, der nicht mal gegen Luxemburg den Mut aufbringt nach vorne zu passen, stattdessen immer quer an seine Verteidigungskollegen spielt. Das ist unterirdisch, Steve von Bergen übernimmt null Verantwortung.
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