Ex-Nati-Star Badile Lubamba (40) «Nicht jeder Flüchtling hat so viel Glück wie ich»

Als Spieler war Verteidiger ­Badile Lubamba (40) ein Fighter, nun kämpft der Ex-National­spieler gegen die Armut in der Dritten Welt.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Kämpferischer Bürki vor Comeback «Ich will spielen – auch in der Nati!»
2 «Ich war ein Kartoffeldieb» Jetzt gibts ein Buch über Kubi - und ein...
3 Kopf-OP bei Nati-Star Silvan Widmer bricht sich den Schädel!

Fussball

Spiele der Schweiz

06.09. 20.45
Schweiz2:0Portugal
07.10. 20.45
Ungarn2:3Schweiz
10.10. 20.45
Andorra1:2Schweiz
13.11. 18.00
Schweiz2:0Färöer
25.03. 18.00
Schweiz:Lettland
09.06. 20.45
Färöer:Schweiz
31.08. 20.45
Schweiz:Andorra
03.09. 20.45
Lettland:Schweiz
07.10. 20.45
Schweiz:Ungarn
10.10. 20.45
Portugal:Schweiz
teilen
teilen
1 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

Badile Lubamba ist 25 Jahre alt, als es ihm kalt den Rücken herunterläuft. «Es war der Horror», antwortet der ehemalige Schweizer Nationalspieler auf die Frage, ob er sich an seine erste Reise in den Kongo erinnern kann: «All die Armut, all die Probleme, ich war schockiert!» In ­jenem Moment habe er realisiert, was für ein Glück er hatte, in der Schweiz und nicht in Afrika aufgewachsen zu sein.

Fussballplatz gespendet

Im Alter von fünf Jahren kommt der kleine Badile nach Europa, sein Vater, ein Journalist, flüchtet vor dem damaligen Präsidenten Mobutu. Dieser herrschte 26 Jahre mit eiserner Hand, war verantwortlich für eine der längsten und korruptesten Diktaturen Afrikas. 1997 stirbt Mobutu an Prostatakrebs, die Nach­wehen seiner Herrschaft spürt das Land noch heute.

«Es fehlt an allem, in der Bildung, im Gesundheits­wesen, in der Entwicklung der Landwirtschaft», sagt Lubamba. Er möchte helfen, engagiert sich seit Jahren, hat eine Stiftung gegründet, unterstützt die Menschen im Land seiner Vorfahren mit Rat und Tat. Im Mittelpunkt steht, natürlich, der Fussball. Oder besser gesagt: ein Kunstrasen. Lubamba hat den führenden Kunstrasen-Lieferanten der Schweiz dafür gewinnen können, einen Fussballplatz im Wert von einer halben Million Franken zu spendieren. Was noch fehlt, sind die Kosten für den Transport. «Die betragen rund 50'000 Franken, um den Kunstrasen mit dem Boot liefern zu können», sagt Lubamba und hofft, dass er diesen Betrag durch Spenden zusammenkriegt.

Dabei hilft ihm seine Popularität. Auch heute, zehn Jahre nach dem Karrerieende, wird der Ex-Nati-Spieler und Profi für Luzern, Lugano und Sion erkannt. Die Menschen haben nicht vergessen, dass Lubamba einst ­Publikumsliebling war. Weil er immer vollen Einsatz gab, weil er auf dem Platz ein Kämpfer war.

Nun gibt der 40-Jährige ­neben dem Feld Gas, das Ziel seiner Stiftung fasst der ehe­malige Aussenverteidiger in ­einen einfachen Satz: «Wir müssen den Leuten vor Ort helfen, damit sie dort bleiben und aufhören, von Europa zu träumen.» Lubamba weiss: «Nicht jeder Flüchtling hat so viel Glück wie ich.»

Publiziert am 30.12.2016 | Aktualisiert am 11.01.2017

Serie: Vergessene Nati-Stars

Sie hatten grosse Zeiten. Und sind mittlerweile in der Anonymität verschwunden. In den nächsten Wochen portraitiert BLICK ehemalige Fussballgrössen. Wer sie waren, was sie wurden.

Neueste Videos

5 Kommentare
  • jürg  frey aus teufen
    31.12.2016
    Ich kann ihn verstehen, der Kongo ist ein Unruheland und wird ausgebeutet, nicht zuletzt durch uns. Wichtige Rohstoffe für unsere doofen Handys werden dort teils von Hand geschürft für 1 Fr. pro Tag. An alle zum Gedenken an die Menschen, die Euch die Sucht nach Telefonen ermöglichen. Ich bin dort geboren worden 1959. Und alle die mich jetzt anklagen, mein Handy ist ü6 Jahre alt und eine Prepayd reicht mir 1 Monat!
  • Gerry  B. 30.12.2016
    Es ist aber auch nicht jeder Willens genug sich so gut zu integrieren wie Lubamba. Was man damit erreich kann zeigt uns Badile und ich mag ihm das von Herzen gönnen.
    • jürg  frey aus teufen
      31.12.2016
      Stimmt, aber nicht Jeder oder Jede stösst zu uns mit einem Arbeitsvertrag im Sack. Er tut was für die Armen im Kongo, dass finde ich lobenswert, er ist sich dadurch auch bewusst, dass nicht alle kommen können, Hilfe vor Ort aber nötig ist. Das ist beispielhaft.
  • Heinz  Nütteler 30.12.2016
    Ja der Lumumba war ein guter Kerli! Wieso hat er nicht mehr Spiele gemacht in der Nati?
    • Dracomir  Pires aus Bern
      31.12.2016
      Weil er zwar ein "guter Kerli" war, aber zu wenig gut.