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Am frühen Nachmittag sah das ganz anders aus: Köbi Kuhn (64) steht gebückt auf dem Trottoir. Er hat beide Hände vor das Gesicht geschlagen. Im Krankenwagen nebenan liegt bewusstlos seine Gattin Alice.
Was für ein Schock für unseren Nati-Coach! Und das fünf Tage vor dem EM-Eröffnungsspiel gegen Tschechien!
Alice, seine Jugendliebe, die er vor 43 Jahren geheiratet hat, erleidet daheim in der Attika-Wohnung in Birmensdorf ZH aufgrund einer Bewusstseinsstörung einen epileptischen Anfall.
Als Köbi seine Liebste kurz nach 13 Uhr findet, denkt er zuerst, sie schlafe. Dann bemerkt er, dass Alice bewusstlos ist. Köbi wählt sofort die Notfall-Nummer.
In Kuhns Wohnblock gleich neben einem Waldrand fahren kurz darauf Sanität und Feuerwehr vor.
Über eine Drehleiter wird Alice Kuhn von Sanitätern und Feuerwehrleuten aus dem Haus auf die Strasse gebracht. Mit Blaulicht wird sie ins Spital gefahren.
Auch am Montag Abend (Stand 21 Uhr) war Köbis Gattin noch nicht bei Bewusstsein. Erste Untersuchungen zeigen aber, dass ihr Zustand stabil und nicht lebensbedrohlich ist.
Um 20 Uhr besammelt sich Kuhns Mannschaft im Teamhotel «Panorama Resort & Spa» in Feusisberg SZ. Der Coach fehlt. Er werde spätestens am Dienstag zum Team stossen, heisst es in einer Medienmitteilung des Schweizerischen Fussball-Verbandes kurz vor 20 Uhr.
Schnell macht die Hiobsbotschaft unter Köbis Spielern die Runde. Vize-Captain Ludovic Magnin, der um 19.51 Uhr in Feusisberg vorfährt, sagt zu BLICK: «Die ganze Mannschaft steht hinter dem Trainer.» Tranquillo Barnetta: «Ich wünsche Frau Kuhn gute Besserung und Köbi viel Kraft.»
Kurz nach 21 Uhr erreicht Köbi Kuhn doch noch das Mannschaftshotel hoch über dem Zürichsee.
Er informiert seine Spieler und die Betreuer über den schweren Schicksalsschlag.
Zu BLICK sagt Köbi Kuhn etwas später: «Ich bin unendlich dankbar, dass sich die Situation von Alice stabilisiert hat. Ich bin froh, dass es nichts ist mit lebensbedrohlichen Auswirkungen. Ich bedanke mich für die riesige Anteilnahme.»