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Der 26-Jährige scherzte nicht. Die Pfiffe des Publikums trafen ihn offenbar tief. Ob es nur die Drohung eines gekränkten EM- Teilnehmers war oder ob Streller mit den Reaktionen der Öffentlichkeit tatsächlich nicht mehr konfrontiert sein mag, bleibt abzuwarten.
Als Streller im Spiel gegen Liechtenstein (3:0) nach einer eher diskreten Vorstellung in der 59. Minute durch Hakan Yakin ersetzt wurde, reagierte ein Teil der Zuschauer ungehalten. Seit dem missratenen Penaltyschiessen im WM-Achtelfinal gegen die Ukraine ist Strellers Kredit auffallend klein; das war schon in diversen Partien der SFV-Auswahl zu spüren.
«Nach der Euro ist definitiv Schluss»
Die (zu negative) Haltung der Öffentlichkeit beschäftigte Streller eigenen Aussagen zufolge schon seit geraumer Zeit. Die dümmlichen Buhrufe in der St. Galler «AFG Arena» trieben ihn vollends zur Weissglut. Inakzeptabel sei dies, beschwerte sich Streller nach dem Auslauftraining im Interview mit einem SF- Sportreporter. «Nach der EM höre ich definitiv auf!»
Ob es klug war, sieben Tage vor dem EM-Kick-off gegen Tschechien in Basel derart emotional zu reagieren, ist bei allem Verständnis fraglich, zumal Streller seine Aussagen hinterher keinesfalls als Kurzschlusshandlung deklarierte. Streller eröffnete mit seinem Ausbruch auf einem Nebenschauplatz eine unter Umständen heikle Diskussion.
Jeder wird den drittbesten Torschützen der Schweizer noch aufmerksamer verfolgen. Und die zahlreichen Kritiker des 28-fachen Internationalen dürften sich an der breiteren Angriffsfläche nicht stören. Köbi Kuhn beabsichtige, den Fokus auf den Start gegen die Tschechen zu rücken. Nun steht ohne Not etwas Unangenehmeres im Brennpunkt: Die Nerven eines potentiellen Fixstarters liegen blank. (si)
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Marco Streller will nicht mehr für die Nati kämpfen. (Toto Marti)